00:00:00: Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes auf den Weg gebracht.
00:00:06: Damit schaffen wir die rechtliche Grundlage, um das Deutschlandticket in Deutschland umzusetzen.
00:00:13: Damit werden wir ein digitales deutschlandweit gültiges ÖPNV-Ticket bekommen zum Einführungspreis von Neunundvierzig Euro.
00:00:20: Das war der ehemalige Verkehrsminister Volker Wissing, damals noch an der FDP und im Jahr ... Am ersten Mai des Jahres ging das Deutschland-Ticket an den Start.
00:00:31: Jetzt sind drei Jahre vergangen?
00:00:33: Hat es dem Klima was
00:00:34: gebracht?!
00:00:35: Wir ziehen eine Bilanz!
00:00:48: Hi und herzlich willkommen zu einem neuen Klima Update.
00:00:51: wir sind der Klimanachrichten Podcast von Klimareporter und der TATS Und wir sprechen über die drei wichtigsten Kliman Nachrichten der Woche.
00:00:59: Ich bin Susanne Schwarz von der TATS und ich spreche heute mit meiner Kollegin Tabia Kirchner.
00:01:04: Sie ist Redakteurin im TATZ Klima Hub, da hauptsächlich zuständig für unseren Instagram-Kanal klimapunktats.
00:01:11: Ja schaut da auch gerne mal vorbei!
00:01:13: Und jetzt erstmal Hallo Tabia!
00:01:29: Dann gucken wir uns an, warum man fürs Stromverbrauchen am ersten Maiwochenende Geld bekommen hat und was das mit der Energiewende zu tun hat.
00:01:36: Und zum Schluss reden wir noch mal über das neue Heizungsgesetz!
00:01:40: Aber jetzt erst einmal zurück zum Deutschlandticket, mit dem man deutschlandweit alle Öffis nutzen kann.
00:01:45: Nutzt du das eigentlich Susanne?
00:01:47: Ja und ich finde es echt mega praktisch.
00:01:49: also es macht Reisen so viel entspannter und flüssiger Wenn man da nicht vorher recherchieren muss, welches Ticket man dann nun für den Bus am Zielort braucht oder noch besser vor Ort den Bus verpasst.
00:02:01: Weil man halt irgendwie rätselnd vor so einem Fahrkartenautomaten steht.
00:02:05: Ja also ich find's schon echt cool!
00:02:07: Mir geht es genauso.
00:02:09: aber tatsächlich hat sich der Preis seit der Einführung bereits zweimal erhöht von ursprünglich neunundvierzig Euro zunächst auf achtundfünfzig und Anfang dieses Jahres auf dreiundsechszig Euro.
00:02:21: Allerdings scheinen diese Preissteigerungen Menschen trotzdem nicht davon abzuhalten, sich ein Deutschlandticket zu holen.
00:02:26: Also die Zahl der Kundinnen steigt wenn auch langsam aber stetig an.
00:02:31: Ja es ist halt komfortabel und wenn man's zum Beispiel mit der Monatskarte vergleicht dies vorher hier in Berliner beziehungsweise ich glaube auch aus irgendeinem Grund noch gibt parallel dann ist das immer noch günstiger und dafür kann man auch ganz Deutschland eben rumfahren.
00:02:46: also das Angebot ist mir sogar größer
00:02:48: Genau.
00:02:49: Aber dieser Fakt, dass ein Ticket für alle regionalen Verkehrsbetriebe gültig ist – ist allerdings irgendwie auch der Grund für diese ständigen Diskussionen um Preiserhöhung!
00:02:58: Denn also Zahlen bunt und Länder je einen Beitrag zum Deutschlandticket – je Euro-Jährlich zu be exact – haben diesen aber seit der Einführung vor drei Jahren nicht erhöht.
00:03:09: Dafür streiten sie sich regelmäßig über die Zukunft des Tickets.
00:03:13: Die Verkehrsbetriebe berichten währenddessen, dass ihre allgemeinen Kosten also zum Beispiel für Personal-, Energie-, Betrieb- und Inflationsbeding gestiegen sind.
00:03:22: Und diese Mehrkosten wurden dann halt auf die Kundinnen umgelegt.
00:03:26: Mehrere VerkehrsministerInnen fordern jetzt allerdings angesichts der Energiekrise den aktuellen Preis von dreiundsechzig Euro erst mal beizubehalten statt ihnen zum ersten Januar zwei tausendzehntzwanzig wieder zu erhöhen!
00:03:38: Ob das allerdings passieren wird, ist unklar und vermutlich eher unwahrscheinlich, wenn man sich eben diesen Strei zwischen Bund und Ländern und den Verkehrsbetrieben anschaut.
00:03:48: Ja dabei werden ja Autofahrerinnen auch gepämpert mit dem Tankrabatt jetzt gerade aktuell den Staat wahrscheinlich Milliarden kosten wird ne?
00:03:56: Ja, apropos Tankrabatt, wusstest du dass das neun Euro Ticket was die Ampelregierung.
00:04:02: Wir erinnern uns als finanzielle Entlastung für die damalige Energiekrise von Juni bis August eingeführt hatte?
00:04:10: Dass dieses Neuneuroticket den Staat am Ende deutlich weniger gekostet hat als der im selben Zeitraum eingeführte Tankrabott?
00:04:16: Mensch!
00:04:17: Das klingt ja nach einer sozialen und günstigen Klimaschutzmaßnahme.
00:04:23: Also für einen begrenzten Zeitpunkt auf jeden Fall.
00:04:26: Insgesamt ist der Autoverkehr in den drei Monaten um eins bis fünf Prozent gesunken, haben jetzt Forschende von der Uni Erlangen Nürnberg errechnet.
00:04:34: Der Zugverkehr hat sich allerdings im rund thirty-fünf Prozent erhöht – also viel mehr!
00:04:38: Es gab also eher wenig Verlagerung von der Straße auf die Schiene.
00:04:43: Außerdem kam die Forscher ins Ende dem Schluss, dass die Kosten pro eingesparte Tonne CO² am Ende doch ziemlich hoch sind.
00:04:50: Also andere Maßnahmen wie etwa der Ausbau erneuerbarer Energien oder ein Tempolimit sind dauerhaft doch günstiger was den reinen Klimaeffekt angeht.
00:04:59: Aber das neuen Euro-Ticket hatte eben auch noch einen sozialen Wert und in Krisenzeiten ist so ein Modell wie das neuen Euroticket damit laut dieser Studie eine effektive kurzfristige Entlastungsmaßnahme die im Gegensatz zu Alternativen wie etwa einem Tankrabadge sowohl klimafreundlicher als auch günstiger ist.
00:05:18: Wie ist denn eigentlich die Klimabilanz beim Deutschlandticket, in das hier durch den höheren Preis deutlich weniger Staatsgeld fließen muss?
00:05:26: Wohin ging aber die Kundinnen?
00:05:28: mehr zahlen müssen?
00:05:30: Auch gut!
00:05:30: Also grundsätzlich muss man sagen dass die Bilanz zum deutschen Ticket ziemlich erfolgreich ist.
00:05:35: Alleine in dem Jahr zwanzig wurde dank des Tickets fünf Prozent weniger Kilometer im Auto zurückgelegt hat jetzt ein anderes Projekt, ein Ariatner-Projekt errechnet.
00:05:44: Dadurch sollen sechs Komma fünf Millionen Tonnen CO² weniger ausgestoßen worden sein.
00:05:49: Vor allem Pendlerinnen haben für ihren Weg zur Arbeit häufiger das Auto stehen lassen und sich in Bus oder Bahn gesetzt.
00:05:55: Natürlich gibt es aber auch Verbesserungspotenzialen.
00:05:58: also, im Jahr zwentzwanzig fannst fast eine von vier befragten Personen die das Deutschlandticket bisher nicht genutzt haben den Preis einfach viel zu hoch.
00:06:06: Und Sozialtickets, kostenlose Mitnahme von Kindern oder ein Mobilitätsgeld könnten hier zum Beispiel finanzielle Anreize besonders für Menschen mit geringerem Einkommen darstellen.
00:06:16: Ja und wir in Berlin sind ja auch relativ gut ausgestattet mit dem ÖPNV aber an vielen Orten Deutschland sieht es leider immer noch ganz anders aus.
00:06:24: da bringt mir dann das Deutschland-Ticket natürlich wenig wenn ich überhaupt gar keine Anbindung habe oder der Bus nur dreimal am Tag fährt also keine wirklich sinnvolle Anbindung für meinen Alltag ist.
00:06:37: Das habe ich auch unter einem Text von mir zur Bilanz des Neueurotickets diese Woche gesehen.
00:06:41: Also einige Leute beklagen sich dann den Kommentaren, dass das Neueurticket eben vor allem für die Großstädter innen gut gewesen sei
00:06:47: und
00:06:48: die Landbevölkerung so ein bisschen vernachlassigen würde.
00:06:50: Ja also da kann sich noch einiges tun.
00:06:52: Viel bleibt einmal dran!
00:06:54: Und kommen jetzt zu unserem zweiten Thema dieser Woche.
00:06:56: Ihr habt vielleicht diese Woche schon eine große Zahl herumschwören hören nämlich die So viel Geld beziehungsweise Euro hat man im Großhandelzeitweise am ersten Maiwochenende bekommen, wenn man eine Megawattstunde Strom gekauft hat.
00:07:11: Ja genau, gekauft nicht fairkauft!
00:07:14: Also wer Strom genutzt hat was ja normalerweise erst etwas kosten würde der hat stattdessen Geld bekommen und zwar nicht wenig.
00:07:21: Man spricht in so einem Fall von negativen Strompreisen Und man hört und liest jetzt viel das sei ein Problem und das Liege an der Energiewende.
00:07:29: aber warum eigentlich?
00:07:32: Also vielleicht fangen wir kurz damit an, woran es liegt, dass die Strompreise negativ werden.
00:07:38: Das passiert wenn es mehr Stromangebot als Nachfrage gibt.
00:07:42: und das Problem ist Stromleitungen können den Strom nicht für später speichern oder so, sie können nur leiten.
00:07:48: Das heißt der Strom der muss dann einfach verbraucht werden zur Not eben auch geschenkt oder sogar noch bezahlt wie jetzt zeitweise am Wochenende.
00:07:57: Es passiert in letzter Zeit immer häufiger Also in den ersten vier Monaten dieses Jahres zum Beispiel schon hundertsechzig Stunden lang, das sind fünfzig mehr als letztes Jahr im selben Zeitraum.
00:08:07: Und es passiert speziell an Tagen, an denen's viel Sonne und oder viel Wind gibt und dadurch viel Ökostrom.
00:08:17: Ja aber erst mal ist es ja normal dass sich Preise je nach Angebot-und Nachfrage verändern.
00:08:22: also es nicht so als wäre jetzt das Stromsystem da kollabiert oder so sondern es wurde Strom eingespeist und er wurde abgenommen nur eben zu negativen Preisen.
00:08:31: Ritika-Innen
00:08:32: würden sagen oder besser gesagt sagen, das muss dann der Fakto der Staat bezahlen weil ja viele Betreiber von Ökostromanlagen staatlich garantierte Vergütungen bekommen auch wenn der Stromverkauf am Markt ein Minusgeschäft ist.
00:08:45: also gibt es doch schon zu viel erneuerbare Energie?
00:08:49: Ja das hört man jetzt oft.
00:08:50: ne es gäbe irgendwie zuviel Solarstromen es gebe einen Überangebot Stromüberschüsse und so weiter und das finde ich ein bisschen schade.
00:08:57: denn eigentlich muss man hier sagen Toll, dass wir mittlerweile so viel Strom mit erneuerbaren Energien produzieren können.
00:09:03: Und ja von zuviel kann insgesamt keine Rede sein.
00:09:07: Wenn man sich mal die Planung anguckt ist es ja so Wir wollen klimaneutral werden nämlich im Jahr zwei tausendfünfundvierzig und dafür haben wir eine Energiewendeplanung aufgestellt und die sagt Zwei Tausenddreißig wollen wir bei achtzig Prozent Ökostromanteil im Strommix sein.
00:09:25: letztes Jahr waren wir bei.
00:09:29: Das heißt, da ist in den nächsten Jahren echt noch was aufzuholen.
00:09:32: Vor allem wenn der Strombedarf insgesamt weiter steigt durch mehr E-Autos statt Verbrennern oder durch wärmepumpen Städtgasheizungen und so weiter.
00:09:41: Viel Solarstrom?
00:09:42: Ja, den haben wir!
00:09:43: Vor allem an so schönen sonnigen Wochenenden wie jetzt Anfang Mai.
00:09:47: Zu viel, das kann nur jemand sagen der die Klimakrise nicht ernst nimmt oder sich eben nicht an die Klimaziele halten will.
00:09:52: Aber es gibt doch ein Problem, oder?
00:09:54: Also in der Tat hat unser Fachautor Bernhard Jansing auch über verzweifelte Energieexpertinnen berichtet, die angesichts der Wetterprognosen vor dem Wochenende sogar gesagt haben liebe Solaranlagenbesitzer Bitte schaltet eure Solaranlagen freiwillig ab.
00:10:10: Genau, ja das war Leon Hilt der ist Energieökonom und Professor an der Herty School hier in Berlin.
00:10:17: Und es hat mehr damit zu tun dass viele kleine Solaranlage die auf Dächern von so ein Parteienhäusern liegen nicht steuerbar sind für die Netzbetreiber Denn was die in Zeiten mit zu viel Strom normalerweise machen ist das sogenannte Abregeln.
00:10:32: Also die stellen dann einfach Windräder oder Solaranlagen temporär ab.
00:10:36: Die Betreiber bekommen dafür eine Entschädigung.
00:10:39: Aber ganz viele kleine Solaranlagen von Privatleuten sind nicht mit Smart-Mietern ausgestattet, da kann dann der Netzbetreiber also gar nicht ran.
00:10:50: Neue kleine Solar-Anlage bekommen übrigens Smart-Meeter und die sind dann auch steuerbar.
00:10:55: Aber diese Abreglungen sind doch dann auch ein Problem oder?
00:10:58: Also da müssen dann diese Entschätigungen gezahlt werden wie davon Steuergeld für Strom, der gar nicht produziert wurde.
00:11:08: Ich habe letzte Woche sogar mit einem Experten gesprochen, der meinte auch, Abriegelungen sind doch eigentlich effizient.
00:11:14: Wir bauen noch nicht die Autobahn auf die Kapazität aus, die für den Ansturm in den Sommerferien nötig wäre sondern wir leben da halt in den Stoßzeiten mit so ein bisschen Stau und beim Stromnetz gibt es eben auch manchmal Stau.
00:11:28: Und dann koordinieren wird das durch Abregelung.
00:11:31: Das kostet zwar etwas aber das fossile Stromsystem hat ja auch Kosten Und immerhin bieten Windräder und Solaranlagen überhaupt diese Flexibilität, sie mal abzuschalten.
00:11:42: Kohlekraftwerke tun das nicht oder nur ganz eingeschränkt?
00:11:46: Das wäre ja eigentlich viel schöner in Zeiten von viel Sonne lieber den Solarstrom vollständig zu nutzen und dafür klimaschädliche Kohlekhaftwerke runterzufahren.
00:11:55: Aber das ist eben kaum möglich.
00:11:57: die sind zu träge!
00:11:59: Also das jetzt erstmal auf der einen Seite.
00:12:01: aber auf der anderen Seite Ja, es gibt eben eine gewisse Asynchronität von erneuerbaren Ausbau und Netzausbau oder auch Stromspeicherausbau.
00:12:11: Und da muss man schon auch ran.
00:12:12: Passiert das gar nicht?
00:12:14: Doch durchaus!
00:12:16: Wirtschaftsministerin Katharina Reiche von der CDU will das zum Beispiel angehen.
00:12:21: wir haben hier im Klima-Update auch schon mal über ihr Netzpaket gesprochen.
00:12:25: leider ist es so dass sie sozusagen nach unten synchronisieren will also nicht Passen leider nicht zu den wachsenden Erneuerbaren, also brauchen wir wohl mehr davon.
00:12:36: Sondern eher... Na dann bremsen wir doch die Erneuernbahn ab!
00:12:40: Also sie will zum Beispiel die Entschädigungen bei Abschaltungen in Regionen abschaffen wo das bisher halt oft vorkommt?
00:12:47: Das ist natürlich ein Risiko für Leute und Unternehmen die Solaranlagen oder Windräder anschaffen wollen.
00:12:52: Die wissen nicht, ob sie dann möglicherweise ihre Anlagen eben oft abschalten lassen müssen und durch die wegfallenden Entschädigungen dann einfach finanzielle Ausfälle haben.
00:13:01: Außerdem soll man für kleine Solaranlagen keine staatlich garantierte Vergütung mehr bekommen in Zukunft?
00:13:07: Bis hier ist es ja so!
00:13:09: Sondern man soll denn den Strom selber direkt am Markt verkaufen.
00:13:13: Ja und wenn ich mit meiner Heimsolaranlage Strom direkt vermarkte Und das kommt ihm zu negativen Strompreisen, da muss sich halt zahlen Stromeinspeise.
00:13:24: Das kann ein Anreiz sein, sich einfach auch selbst einen Batteriespeicher zuzulegen was ja gut wäre.
00:13:29: das jetzt auf der positiven Seite aber ansonsten birgt's Unsicherheit und die Erneuerbahnverbände kritisieren die Pläne jedenfalls als Abbremsen der Energiewende.
00:13:39: Ja okay dann noch eine Frage zum Abschluss.
00:13:43: es ist doch aber auch ein Vorteil wenn ich bei den negativen Strompreisen fürs Stromverbrauchen Geld bekomme oder?
00:13:49: Also wie würde das freuen wenn ich dann auf meine Sprung rechnen gucke.
00:13:53: Ja, das stimmt und genau das sollte man bei schlauer Energiewende Politik auch ausnutzen.
00:13:59: also vielleicht noch ein kurzer Disclaimer.
00:14:00: es geht bei diesen Preisen um den Großhandel.
00:14:03: die wenigsten Privatverbraucher sind direkt davon betroffen.
00:14:06: meist hat man ja einen Stromvertrag mit einem festen Preis pro Kilowattstunde oder so der dann für den vereinbarten Zeitraum auch gleich bleibt.
00:14:14: Es gibt mittlerweile auch dynamische Stromtarife Großhandel gekoppelt sind.
00:14:22: Da kann ich dann wirklich mein E-Auto so wie ein Hub laden oder zum Beispiel Wäsche waschen, wenn der Strom gerade billig ist.
00:14:29: aber natürlich muss sich manchmal auch wiederum mit Preisspitzen leben.
00:14:33: das ist die Kehrseite und im großen Maßstab passiert es eben schon.
00:14:37: also wer zb als Industrieunternehmen bei negativen Strompreisen seine Produktion einfach schnell hochfahren kann Der ist im Vorteil weil er für diesen Stromverbrauch halt sogar noch bezahlt wird.
00:14:49: Und negative Strompreise sind auch ein wirtschaftlicher Anreiz für Batteriespeicher, die wir ja brauchen um genau dieses Problem zu lösen.
00:14:55: Also es ist auf jeden Fall auch eine Art das Angebot von Strom und die Nachfrage zu koordinieren einfach dafür zu sorgen dass bei hohem Angebot der Verbrauch steigt und umgekehrt.
00:15:06: Okay also als Fazit kann man vielleicht sagen negative Strom Preise und dass es sie jetzt so oft gibt.
00:15:12: die deuten auf ein paar Baustellen im Stromsystem hin Aber sie bedeuten nicht, dass wir zu viel erneuerbare Energien haben.
00:15:20: In unserem dritten Thema für heute geht es wieder um die Energiewende – diesmal aber nicht bei der Stromherstellung sondern beim Heizen!
00:15:27: Wir beschäftigen uns nämlich mit dem neuen Heizungsgesetz.
00:15:31: Zur Erinnerung….
00:15:32: Die Ampelregierung hatte das Gebäudeenergie-Gesetz reformiert als erste Regierung mit klaren Vorgaben zum Austausch fossiler Heizung durch Erneuerbarre.
00:15:40: und jetzt
00:15:41: erstmal vorab.
00:15:42: Das war total überfällig, denn Heizungen sind ja teilweise Jahrzehnte in Nutzung.
00:15:47: Also jetzt facile Heizung zu bauen passt eben nicht zu dem Ziel, zwei Tausendviertzig klimaneutral sein zu wollen.
00:15:53: Schwarz-Rot unter Friedrich Merz hingegen hat im Koalitionsvertrag angekündigt dieses Heizungsgesetz abzuschaffen und seitdem sind auch schon Pläne bekannt geworden zum Beispiel dass das Gesetz das an die Stelle treten soll eben nicht mehr Gebäude Energie gesetzt sondern Gebäudemodernisierungsgesetz heißen soll neue, rein fossile Heizungen nicht mehr verboten werden sollen.
00:16:15: Jetzt ist aber ein richtiger Referentenentwurf da der in die sogenannte Verbändeanhörung gegangen ist.
00:16:22: Okay
00:16:23: also das heißt jetzt können Interessungsgruppe und Umweltverbände Stellung nehmen bevor sich die Bundesregierung auf einen Entwurf festlegt?
00:16:31: Was steht denn da jetzt genau drin?
00:16:33: Ja grundlegend das was wir erwartet haben!
00:16:35: Also die Vorgabe der Amperegierung des neuen Heiz- Zu mindestens sixty-fünf Prozent mit erneuerbaren Energien laufen müssen, die ist weg.
00:16:44: Das sollte erst mal in Großstädten jetzt ab dem ersten Juli gelten.
00:16:49: Auch rein fossile Öl und Gasheizungen sollen jetzt erlaubt bleiben.
00:16:52: Ab im Jahr zwei Tausend neunundzwanzig müssen sie aber mindestens zehn Prozent der Wärme mit klimafreundlicheren Brennstoffen wie Biometharen, Bioöl oder Wasserstoffe zeugen.
00:17:03: Dieser verpflichtende Anteil soll dann auch nach und nach steigen.
00:17:06: Und das ist auch das, was jetzt in diesem Entwurf neu ist.
00:17:10: Vorher war noch nicht bekannt wie es genau ablaufen soll.
00:17:12: also an welchen Schritten?
00:17:13: und jetzt gibt's Zwischenziele für im Jahr two-thausend-dreißig, fünfund dreißig und vierzig da also dann zwei-tausendvierzig der sollen dann sechzig Prozent Biomethane usw.
00:17:25: verpflichtend sein.
00:17:26: Biotreppe!
00:17:28: nennt das die Bundesregierung, dieses schrittweise ansteigen.
00:17:31: Okay
00:17:32: aber ist das jetzt gut?
00:17:34: Nein!
00:17:36: Das ist absehbar schlimm aus verschiedenen Gründen.
00:17:39: fangen wir mal damit an dass unklar es wie nach zwei tausend vierzig weitergehen soll.
00:17:44: also wann kommen denn die hundert prozent nicht fossilen heizungen?
00:17:49: dass deutschland zwei taussend vierzig klimaneutral werden muss das steht in diesem heizungsgesetz nicht drin mal ganz abgesehen davon, dass dieses ganze Zeug wie Biometharn auch nicht unbedenklich ist.
00:18:00: Also das sind ja Kraftstoffe auf Pflanzenbasis die müssen angebaut werden.
00:18:04: Die Landwirtschaft verursacht ja wiederum auch Klimaschäden Wie Umweltschützerinnen jetzt kritisieren.
00:18:10: Außerdem gibt es dann da eine Ackerflächenkonkurrenz mit Lebensmitteln.
00:18:15: also es sei denn man nutzt jetzt nur Pflanzenabfälle zur Biogasherstellung aber dann hat man natürlich auch echt nur sehr eingeschränkte Mengen.
00:18:22: von daher mag das besser sein als fossiles Erdgas, aber eben auch jetzt nicht so gut dass man sich das als hundertprozent-Lösung für die deutschen Heizungen wünschen kann.
00:18:32: Aber wie gesagt auf hundert Prozent läuft die aktuelle Planung der Bundesregierung eh nicht zu.
00:18:37: also es ist schon eine offene Kampfansage an die Klimaneutralität.
00:18:40: zwei tausendfünfundvierzig obwohl letztere Jahr gesetzlich vorgeschrieben ist und die Bundesregierung auch betont sich daran halten zu wollen Plausibel.
00:18:51: Und als teuer gelten diese Biogas oder speziell auch Wasserstoffalternativen zum Erdgasjahr auch.
00:18:57: Umweltverbände haben das oft als Kostenfalle bezeichnet, und zwar besonders für MieterInnen.
00:19:02: Das ist ja das Fiese!
00:19:03: Für die Fer-Mieter Innen ist es billiger einfach eine Gasheizung einzubauen als eine Wärmepumpe.
00:19:09: Die Investitionskosten sind nämlich dabei geringer.
00:19:12: Aber der Betrieb den dann die Mieterin über ihre Nebenkosten zahlen müssen, der is absehbar teurer Und die können sich ja nicht einfach so wehren.
00:19:21: Aber da gibt es jetzt immerhin eine Lösung, oder?
00:19:24: Nunja!
00:19:25: Also tatsächlich sollen Mieterinnen und VermieterInnen sich manche der Kosten teilen.
00:19:30: also das sind die steigenden Kohlendioxidpreise auf fossile Brennstoffe, die dann im Rahmen des europäischen Emissionshandels anfallen werden.
00:19:39: Dann noch die wahrscheinlich wachsenden Bestandteile für das Gasnetz in den Rechnungen der Privathaushalte Brennstoffe.
00:19:50: Genau, diese Einigung wurde tatsächlich auch gelobt zum Beispiel vom Mieterbund.
00:19:55: nur das Gas und Öl an sich... Also diese Brennstoffe, die werden ja weiter die MieterInnen allein zahlen und auch da sind Preisschocks natürlich möglich.
00:20:07: Wir erleben es gerade wieder in der aktuellen Energiekrise durch den Iran Krieg und davon unabhängig macht man sich nur durch erneuerbare Energien.
00:20:15: Und wie geht das jetzt mit dem Gesetz?
00:20:18: Der Zeitplan ist auf jeden Fall eng!
00:20:19: Also wie gesagt, ab dem ersten Juli sollte die sixty fünf Prozent erneuerbar Vorgabe aus den bisherigen Gesetze gelten.
00:20:27: Da hat die Bundesregierung neulich schon einen Beschluss verabschiedet mit dem diese Regel temporär ausgesetzt wird.
00:20:33: dann jetzt bis zum ersten Julien die gesamte Reform durch Bundestag und Bundesrat zu prügeln das geht nicht.
00:20:38: Das Kabinett will aber wohl sehr bald Nägel mit Köpfen machen.
00:20:43: also die jetz laufende Verbändeanhörung die ist nur echt kurz angesetzt.
00:20:47: Rückmeldung, das hört man aus den Verbänden ist nur bis zum elften Mai möglich.
00:20:52: Also ganz bald!
00:20:53: Dann
00:20:53: gibt es ja vielleicht bald was Neues und möglicherweise auch Klärungen wie jetzt das Heizungsgesetz mit dem Klimaschutzgesetz zusammenpassen soll in dem die Klimaneutralität-Zweitausendfünfundvierzigheit steht.
00:21:04: Darüber halten wir euch dann sicher weiter auf dem Laufenden.
00:21:08: Für heute sind wir erst mal am Ende unserer Folge angelangt.
00:21:11: Wenn euch das Klima Update gefällt abonniert uns gerne und lasst uns eine Bewertung oder Feedback da.
00:21:16: Ihr könnt uns auch eine E-Mail schreiben, nämlich an klimaminusupdate at klimareporter.de.
00:21:22: Und zum Schluss möchten wir uns noch bei denjenigen bedanken die unsere Arbeit durch eine Spende ermöglichen.
00:21:28: Das waren in dieser Woche Johannes Fangmeier und Hans Steck.
00:21:31: Vielen Dank!
00:21:33: Und viele von euch unterstützen uns ja sogar regelmäßig, also zum Beispiel monatlich, viertel oder halbjährlich.
00:21:38: Das gibt uns Planungssicherheit und dafür geht diesen Monat ein großes Danke an Heiko Pachel, Angelika Göser, Alessandro Speziale Julian Scheurer, Roland Monsonius, Harald Manns, Nuri Ehrenschin Michael Radatz Patrick Säber Sebastian Baywinkel Kai Zitzmann Helmut Frieda Daniel Holderbach Reuke Werner Philipp Dressler, Saskia Rheinbeck, Hilmar Hins, Franz Baumann, Bernd Föhringer, Lukas Pechtoldt, Hugo Bandorf und Heik Reyesen.
00:22:13: Vielen Dank auch von mir!
00:22:15: Und jetzt wünsche ich diese Sanne und allen die uns hier heute zugehört haben ein schönes Wochenende.
00:22:20: Ja danke wünschte ich dir auch!
00:22:22: Ciao!
00:22:22: Das Klima Update ist ein Projekt des KlimawissenEV in Cooperation mit der TATS- und der Tatspantelstiftung.
00:22:39: Es wird im Wechsel moderiert von Verena Kern Sandra Kirchner, Katarina Schipkowski und Susanne Schwarz.
00:22:45: Unser Produzent ist Christian Eichler.
00:22:47: Ihr könnt unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen.
00:22:50: Dazu besucht uns auf www.verein-klimawissen.de.