klima update° - der Nachrichten-Podcast von taz und klimareporter°

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00:00:00: Alles war in letzter Zeit heiß.

00:00:01: Die Luft über Europa, die Meere weltweit... ...derweil verwestert Wirtschaftsministerin Katharina Reiche auf EU-Ebene eine wichtige Klimaverordnung,... ...die vor allem der Gaswirtschaft ein Dorne im Auge ist und fällt damit ganz offen Umweltminister Carsten Schneider in den Rücken.

00:00:17: Welche neuen Fans sie sich damit jetzt in den USA gemacht hat?

00:00:22: Darüber sprechen wir im Klima Update!

00:00:35: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Klima-Update.

00:00:38: Wir sind der Klimanachrichten Podcast von Klimareporter und der TATS, und wir sprechen über die drei wichtigsten Klimaanachrichten der Woche!

00:00:48: Ich bin Susanne Schwarz vom TATZ und ich spreche heute mit meiner Kollegin Sandra Kirchner von Klimarreporter.

00:00:56: Ihr hört die Folge vom dritten Juli, und das sind heute unsere Themen.

00:01:01: Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche drängt auf eine Verschiebung der EU-Methanverordnung.

00:01:07: Dann sprechen wir über die Weltbank, die ihre Klimapläne abschwächen will.

00:01:11: Und zum Schluss sprechen wir um die Meere, die heiß wie nie sind!

00:01:15: Ja,

00:01:15: wir fangen mit etwas anders an, dass die fossile Wirtschaft sehr freut.

00:01:19: Wirtschaftsministerrin KatharinaReiche von CDU hat sich am vergangenen Freitag beim Treffen der EnergieministerInnen in Brüssel hinter eine Initiative gestellt von zwölf EU-Staaten, die die Methanverordnung verschieben wollen.

00:01:36: Eigentlich gelten wesentliche Teile dieser Verordnungen schon ab dem nächsten Jahr doch Reiche hat sich im Gemeinsam mit noch anderen EU-Energie-Ministerinnen dafür ausgesprochen dass Teile der Verordnung um drei Jahre verschoben werden.

00:01:49: Tschechien gehört dazu und begründet den Vorstoß mit Sorgen um die Öl- und Gasversorgung, also im Sinne von Versorgungssicherheit.

00:01:59: Ja der Schritt von Reiche ist ziemlich brisann denn in der Bundesregierung ist man sich über die Verordnungen nicht einig Denn Umweltminister Carsten Schneider vom SPD lehnt eine Lockerung der Verordnung ab.

00:02:13: dem Handelsblatt sagt er vor dem Ratstreffen der Energieminister Wer von einer Überforderung der Unternehmenspreche, der verwechselt Bequemlichkeit mit Unmöglichkeit und außerdem sei die EU als großer Absatzmarkt durchaus in der Lage Standards zu setzen.

00:02:34: Ja, nur offenbar hat sich der Bundeskanzler Friedrich Merz da auf die Seite seiner Parteifreundin oder Parteifrenemy Reiche geschlagen.

00:02:46: Wegen der steigenden Energiepreise hat sich Merz eben für eine Verschiebung von Teilen der Verordnung ausgesprochen.

00:02:53: Sie berichtet, dass der Newsletterdienst Table Briefings und diese Stoßrichtung stammt jetzt nicht zuallererst von der Bundesregierung sondern die Aussage das die Methanverordnung die Energiesicherheit von Europa gefährden könnte.

00:03:08: Die wird schon länger kolportiert unter anderem auch vom US-amerikanischen Botschafter der EU.

00:03:15: Der hatte die Methanverordnung als Risiko für Europas Energieversorgung bezeichnet, denn die Verordnung könnte wichtige Energielieferanten abschrecken und so das Angebot an Gas in Europa verknappen.

00:03:28: Was dann eben weiter steigende Energiepreise zur Folge hätte – so seine Argumentation – und die Lösung der US-Botschafter sind gemäß Vorschlüge.

00:03:37: Ja, Europa solle die Zitat mengel!

00:03:40: der Verordnung beheben, also die Klimaschutzauflagen.

00:03:44: Und ja, Europa soll auf US-amerikanisches LNG flüssig Gas setzen um die Energieversorgung in Europa

00:03:52: abzusichern.".

00:03:53: Ja und warum sagt er das?

00:03:54: Die EU-Methanverordnung sieht vor, dass Öl Gas und Öl in die EU liefern.

00:04:03: Die müssen ab dem nächsten Jahr nachweisen, dass sie eben die Methanemission entlang ihrer Lieferkette erfassen und überprüfen.

00:04:12: Und schon heute sind Sie dazu verpflichtet ihre Emissionen der EU zu melden!

00:04:17: Und bei der Förderung und eben auch beim Transport von Erdöl- und Erdgas, da kann klimaschädliches Methan entstehen.

00:04:24: Auch entweichen und zieldeer Verordnung ist es diese Emission transparent zu machen und schrittweise zu verringern.

00:04:31: Etwa in dem zum Beispiel Lekagen aufgespürt und behoben werden.

00:04:36: Bei Methan handelt das sich um ein besonders wirksames Klimagas.

00:04:41: Das wird er zwar nach zwölf Jahren in der Atmosphäre abgebaut zu Kohlendioxid, aber es ist eben viel klimawirksamer als CO².

00:04:51: In einem Zeitraum von zwanzig Jahren ist Methan achtzigmal so klimaschädlich wie CO² und wegen dieser Eigenschaften hat das aber auch Sinn die Gas- und Ölindustrie dazu verpflichtend weniger Methan freizusetzen.

00:05:06: ja und nach Einschätzung der Vereinten Nation gehört Das eben zu den wirksamsten und auch zu den kostengünstigsten Maßnahmen für Klimaschutz, weil sich eben viele Methanex bereits mit verfügbarer Technik abdichten und auffangen lassen.

00:05:21: Und das aufgefangene Gas kann man anschließend sogar noch verkaufen.

00:05:25: Ja also da sollte man eigentlich meinen dass die Gasindustrie daran hat mehr von ihrem Gas zu verkaufen statt des ungenutztes umsonst in die Atmosphäre weichen zu lassen.

00:05:38: Trotzdem spielt die Forderung von Katharina Reiche und anderen EU-Energienministerinnen eben der Gasindustrie in die Hände.

00:05:45: Sie verweist darauf, dass inzwischen eine Mehrheit der EU-Staaten für einen Aufschub der Verordnung sei.

00:05:51: Die EU-Kommission lehnt das bislang ab.

00:05:54: Aus ihrer Sicht bietet die Verordnung bereits ausreichend Spielraum für die Branchen Und sie hatte im Mai vorgeschlagen Verstöße gegen die neuen Vorgaben nicht zu sanktionieren, also nicht die Vorgaben abzuschaffen aber eben nicht zu sanktionierend.

00:06:10: Und ja Unternehmen müssten die Methanemissionen dann entlang ihrer Lieferkette weiter erfassten und melden.

00:06:19: Aus Sicht von Reiche und ihren Mitstreiterinnen geht das jedoch nicht weit genug.

00:06:24: ob die EU-Kommission ihnen doch noch entgegen kommt und die Verordnung noch stärker lockert Das werden wir in den kommenden Wochen sehen.

00:06:32: Wir kommen zu unserem zweiten Thema, die Weltbank verabschiedet sich von ihrer Selbstverpflichtung.

00:06:37: Fortünf Prozent ihrer jährlichen Kreditvergabe an Entwicklungsprojekte fließen zulassen, die sich positiv aufs Klima auswirken.

00:06:46: Das hat die Welt Bank in dieser Woche mitgeteilt.

00:06:49: Das klingt erst mal wieder nach einer schlechten Nachricht.

00:06:52: ist es denn so?

00:06:53: Ich kann schon mal antisanen.

00:06:54: ganz so eindeutig ist das nicht!

00:06:58: geteilte Stimmen.

00:06:59: Die Weltbank ist auf jeden Fall ein wichtiger Teil der internationalen Klimafinanzierung bisher, da geht es ja darum dass genug Geld in arme Länder fließt damit sie Klimaschutz betreiben können und sich an die Klimakrise anpassen können.

00:07:15: Bei der Weltbank geht's natürlich um Kredite also um Geld das am Ende zurückgezahlt werden muss.

00:07:21: Insofern ist es natürlich Nicht ausreichend, also wichtig und fair sind vor allem auch Zahlungen aus öffentlichen Haushalten reicher Länder die auch vor allem für die Klimakrise verantwortlich sind.

00:07:32: Aber das ist jetzt nochmal eine andere Debatte jedenfalls in Bezug auf dieses nun fallen gelassene Klimaziel der Weltbank.

00:07:37: so Das muss man schon sagen.

00:07:39: die USA unter Trump haben hier lobbyiert Druck ausgeübt und sich durchgesetzt zusammen mit anderen Öl Ländern wie Saudi-Arabien, Russland und Kuwait.

00:07:49: Die Weltbank ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen die als Entwicklungsbank dazu beitragen soll gegen Armut weltweit zu kämpfen.

00:07:59: Die Stimmenrechte richten sich primär nach der Höhe der finanziellen Einlagen der Mitgliedsländer und größter Anteilseigner sind die USA Und sie haben deshalb eben auch am meisten Einfluss auf die Entscheidungen in den Weltbankgremien.

00:08:16: Das hat sich jetzt hier mal wieder gezeigt, oder?

00:08:19: Ja!

00:08:20: Aber auf der anderen Seite, die USA hätten eigentlich noch viel mehr gewollt – nämlich den gesamten Klimaaktionsplan der Weltbank stoppen.

00:08:28: Der wäre ohne neuen Beschluss jetzt einfach mit dem Juni ausgelaufen.

00:08:33: und dafür genau hatten die USA lobbyiert.

00:08:37: Das muss man sagen, hat sich durchaus breiter Widerstand formiert.

00:08:41: Im Mai hatten zwölf Anteilseignert die aber mehr als hundert Länder vertreten eine Verlängerung des Plans gefordert und das ist jetzt eben auch passiert.

00:08:49: also die Weltbank hat Grundsätzlich immerhin weiter einen Klimaaktionsplan.

00:08:54: Und deswegen gibt es wohl auch ein gewisses Aufatmen bei NGOs, die diesen Weltbankprozess beobachten.

00:09:01: Also die kritisieren zwar schon auch das Wegfallen dieses Zieles aber es herrscht doch eine Erleichterung.

00:09:07: Bei Urgewalt heißt es zum Beispiel, dass die Weltbank sei Haarscharf an einem Supergau vorbeigeschlittert Und GermanWatch sagt, es bleibe zu hoffen dass die Nachfrage der Kundinnen der Weltbank nach Klimaschutz und Anpassungsfinanzierung stark genug ist um die fehlenden institutionellen Ziele zu kompensieren.

00:09:27: Genau!

00:09:28: Denn man muss sagen es geht bei den fortyfünf Prozent gar nicht um ferne Ziele für zwei tausend Fünfzig oder so zu denen man jetzt erstmal die richtigen Pfade legen müsste sondern das ist eine Selbstverpflichtung die schon erreicht wurde also die entsprechende Nachfrage dass die Weltbank dieses metrische Ziel aufgegeben hat.

00:09:47: Das heißt jetzt nicht zwangsläufig, das es alles einbricht also das Wert zumindest zu hoffen.

00:09:53: Trotzdem hatten sich Länder eben auch dafür eingesetzt, dass das Ziel bleibt.

00:09:58: Frankreich zum Beispiel ganz laut stark auch gegenüber Medien mit dem deutschen Entwicklungsministerium.

00:10:04: von Reem Alabali Radovan von der SPD habe ich dazu auch gesprochen und eine Sprecherin sagte da in Verhandlungen der Deutschland auch für den Erhalt des Ziels gewesen.

00:10:15: Aber das Ergebnis, dass sein und eben ein Kompromiss aller Anteils eigener.

00:10:19: Wir

00:10:19: kommen zu unserem dritten Thema.

00:10:21: Heiß war es zuletzt nicht nur in der Luft sondern auch im Meer und zwar weltweit.

00:10:26: noch nie seit Messbeginn waren die weltweiten Meere- und Ozeanen im Juni so heiß wie in diesem Jahr.

00:10:33: Das wissen wir vom europäischen.

00:10:35: Er hat Beobachtungsdienst Copernicus, die Durchschnittstemperatur der Wasseroberfläche betrug am einundzwanzigsten Juni bis zu einund zwanzig Grad.

00:10:45: Und sie knackte damit um einige Zehntelgrade – die Rekorde der Jahre zwei tausend dreinzwanziger und vier zwanziger –, die bereits als Extremjahre galten.

00:10:55: Ja, Zehntegelade, das klingt erstmal nicht viel!

00:10:57: Das ist aber bei solchen durchschnittswerten Temperaturen eine ganze Menge.

00:11:02: Warum interessiert uns das?

00:11:03: Dass es die Meere heißer werden?

00:11:05: Erstmal natürlich aus Prinzip und auch weiß ich die Meere damit als Lebensraum für die im Meer lebenden Tiere und Pflanzen verändern.

00:11:14: Aber heißere Meere liefern zum Beispiel auch Stürmen, mehr Energie also die machen die Stürme zerstörerischer, verdunsten außerdem mehr Wasser.

00:11:23: dadurch werden stark kriegen und über Spämmungen wahrscheinlicher und weil sich Wasser mit steigender Temperatur ausdehnt Dazu auch noch der Meeresspiegel und bedroht Küstenregionen.

00:11:34: Also das ist was, was sich auch direkt auf uns Menschen auswirkt.

00:11:38: Ja und wenig überraschend führen insgesamt höhere Meerestemperaturen auch dazu dass es häufiger Hitzewellen im Meer gibt Und das ist eben besonders belastend für die dort lebenden Arten.

00:11:50: Laut Copernicus erlebten in den Achtzigern noch etwa vierzig Prozent der europäischen Meere jedes Jahr eine Hitzewelle.

00:11:57: In den letzten drei Jahren waren es jeweils.

00:12:02: Das führt unter anderem dazu, dass Segraswiesen absterben.

00:12:05: Die als Hotspots der Artenvielfalt gelten aber auch Küsten vor Erosion und Sturmfluten schützen.

00:12:12: Überraschend kamen die Rekordtemperaturen im Juni jetzt für Kopernikos nicht!

00:12:16: Erstens klar Klimakrise und zweitens startet ja eine El Nino-Phase also ein natürliches Wetterphänomen das alle paar Jahre auftritt und das zahlreiche Auswirkungen weltweit hat.

00:12:29: Unter anderem führt es zu höheren Temperaturen, auch in den Meeren.

00:12:34: Angesichts dessen ist es wahrscheinlich, dass in den nächsten Monaten weitere Temperaturrekorde gebrochen

00:12:38: werden.

00:12:39: Bei der Vorstellung der neuen Daten hat der Copernicus-Chef die USA übrigens mit einem Seitnieb bedacht – die Messung seiner Behörde Würden die Vorhersagen der Weltwetterorganisation und auch der US-Wetterbehörde bestätigen?

00:12:53: Und das zeige ja, warum offene robuste Daten heute wichtiger sind denn je.

00:13:00: Tja!

00:13:00: Die Trump-Regierung droht nämlich damit, neunhundert Messinstrumente in der Tiefsee abzuschalten Und die ermöglichen erst Wissenschaftler in Veränderungen, in der chemischen Zusammensetzung der Ozeane und von Meeresströmen zu messen.

00:13:15: Immerhin bisher hat der US-Senaat es der Regierung verboten das Messsystem abzubauen.

00:13:21: Das war das Klima Update für diese Woche.

00:13:23: Wenn euch der Podcast gefällt abonniert uns gerne und lasst uns eine Bewertung und Feedback da.

00:13:29: Ihr könnt uns auch eine Mail schreiben nämlich an climate-update at klimareporter.de.

00:13:35: Und dann möchten wir an dieser Stelle noch den Unterstützerinnen des Klima-Updates danken.

00:14:04: Saskia Reinbeek, Hilma Hinz Franz Baumann, Bernd Föhringer Lukas Pechtholdt Hugo Badendorf Ralf Bußberg Friederike Bernjes Peter Spangen Marco Roscher und Andreas Bohrmann.

00:14:22: Außerdem haben Steffi Löllgen Sabine Linnekugel und Maria Christien Andervorn unsere Arbeit in dieser Woche mit einer Spende unterstützt.

00:14:31: Ganz vielen Dank dafür!

00:14:32: Vielen

00:14:33: Dank auch von mir Und schönes Wochenende.

00:14:35: Tschüss!

00:15:07: Ciao!

Über diesen Podcast

So viel Klimakrise, so wenig Zeit: Ständig gibt es Neuigkeiten in Sachen Klima – aber was bedeutet es eigentlich, wenn Deutschland CO2-Endlager bauen will, China den Solar-Markt mit Dumping-Preisen flutet oder Forscher*innen die Klimasensitivität genauer bestimmen können? Im klima update° besprechen Journalistinnen vom Online-Magazin klimareporter° und von der Tageszeitung taz jeden Freitag die wichtigsten Klima-Nachrichten der Woche. So seid ihr in ein paar Minuten auf dem Stand.

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