klima update° - der Nachrichten-Podcast von taz und klimareporter°

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00:00:00:

00:00:18: Die EU will ihr zentrales Klimaschutzinstrument den europäischen Emissionshandel reformieren.

00:00:25: Die Industrie soll zum Beispiel noch länger kostenlose CO-Zweiverschmutzungsrechte bekommen.

00:00:32: Ihre Klimaziele für die nächsten Jahre sollen die EU trotzdem erreichen, wie Klimakommissar Wobke Höxterer sagte.

00:00:41: Passt das wirklich zusammen?

00:00:43: Wir gucken uns in dieser Folge an, wie das funktionieren soll!

00:00:57: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Klima Update.

00:01:02: Wir sind der Klimanachrichten-Podcast von Klimareporter und der TATS.

00:01:07: Und wir sprechen über die drei wichtigsten Kliman Nachrichten der Woche!

00:01:11: Ich bin Verena Kern, von Klima Reporter und ich spreche heute mit meiner Kollegin Sandra Kirchner.

00:01:17: Hi Sandra!

00:01:18: Hallo ihr hört die Folge vom vierundzwanzigsten Juli.

00:01:21: zwei tausend sechsund zwanzig Das sind heute unsere Themen.

00:01:26: Das Bundeswirtschaftsministerium will die Förderung von Ökostromanlagen reformieren, was das bedeutet?

00:01:33: schauen wir uns gleich am Anfang an.

00:01:35: Dann geht es um die Pläne der EU-Kommission zur Reform des europäischen Emissionshandels.

00:01:41: Wir schauen was die Kommission konkret vorschlägt und ob das dem Klimaschutz hilft.

00:01:45: Und zum Schluss reden wir über korallen Riffe und wie der Klimawandel diesen Ökosystem zusetzt.

00:01:52: Am vergangenen Freitag hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf über das Erneuerbare Energiengesetz, kurz EEG und ein Netzpaket vorgelegt.

00:02:02: Auf diesem Gesetzentwurf wurde lange gewartet.

00:02:05: Bereits im Frühjahr ist sein erster Entwurf durchgesickert, der auch auf viel Kritik gestoßen ist.

00:02:10: Und am vergangen Freitags wurden die Entwürfe in Verbändeanhörungen gegeben.

00:02:15: Schon jetzt, damit mussten die Verbände ... Ihre Stellungnahmen einreichen, was natürlich viel zu kurz war für so ein umfangreiches Reformvorhaben.

00:02:23: Ein zentraler Punkt des Netzpakets ist die Frage wie mit den zunehmenden Engpässen im Stromnetz umgegangen werden soll?

00:02:32: Denn immer häufiger können Wind- und Solaranlagen ihren Strom nicht vollständig ins Netz einspeisen weil die Stromleitungen dafür nicht ausreichen.

00:02:43: Bisher bekommen die Betreiber ja dafür eine Entschädigungszahlung für den sogenannten Redispatch.

00:02:51: Diese Zahlung soll ausgleichen, wenn Ökostromanlagen runtergeriegelt werden müssen obwohl sie eigentlich Strom produzieren könnten Zum Beispiel wenn an einem windigen Tag sehr viel Windstrom erzeugt wird, aber das Stromnetz die Mengen nicht aufnehmen

00:03:07: kann.

00:03:08: Ja und genau diese Regelung will das Ministerium nun ändern.

00:03:11: eigentlich wollte Wirtschaftsministerin Katharina Reiche von der CDU diese Entschädigung zunächst komplett streichen also einen sogenannten Redispatch-Vorbehalt einführen.

00:03:22: Aber nach massiver Kritik hat sie jetzt einen Kompromiss vorgeschlagen.

00:03:26: Der Begriff wie das Patch Vorbehalt, der steht auch nicht mehr im Gesetzesentwurf – die Idee bleibt.

00:03:33: aber künftig sollen Netzbetreiber Gebiete ausweisen können, in denen das Stromnetz besonders häufig an seine Grenzen kommt.

00:03:41: Und zwar getrennt nach Solar- und Windenergie.

00:03:43: Entscheidend ist dabei, wenn im Vorjahr mehr als fünf Prozent ihrer möglichen Stromproduktion wegen Netzengpässen nicht einspeisen konnten kann das Gebiet als kapazitätslimitiert eingestuft werden.

00:03:58: Unter diesen Bedingungen weiter neue Wind- und Solaranlagen gebaut werden.

00:04:03: Betreiber müssen aber damit rechnen, dass sie bei Abreglungen nicht mehr im jeden Fall vollständig entschädigt

00:04:08: werden.".

00:04:08: Die Ausweisung solcher in Anführungszeichen kapazitätslimitierten Gebiete die im Übrigen von den Netzbetreibern vorgenommen werden soll, die sollen nicht mehr wie zunächst geplant zehn Jahre gelten sondern nur sechs Jahre.

00:04:24: Geplant ist, die entschädigungsfreie Abregelung auf bis zu zwanzig Prozent des jährlichen Stromertrags einer Anlage zu begrenzen.

00:04:33: Der genaue Wert ist aber noch offen.

00:04:35: Auf jeden Fall ändert sich damit das bisherige Prinzip – ein Teil des Risikos von Netzengpässen wird künftig stärker auf die Betreiber erneuerbarer Anlagen verlagert.

00:04:47: Weg von den Netzbetreibern!

00:04:50: Gleichzeitig bekommen die Netzbetreiber mehr Einfluss bei der Frage, wo und unter welchen Bedingungen neue Anlagen ans Netz gehen.

00:04:58: Kritiker halten das Netzpaket nicht für den erhofften Befreiungsschlag – denn das eigentliche Problem der zu langsame Ausbau der Stromnetze Das bleibt völlig ungelöst.

00:05:10: Und ein weiterer zentraler Punkt der Reform, das Bundeswirtschaftsministerium will die Förderung der erneuerbaren Energien stärker am Markt ausrichten und weniger über klassische Subventionen steuern.

00:05:22: Die bisherige feste Einspeisevergütungen für neue Ökostromanlagen soll deshalb wegfallen.

00:05:28: Und stattdessen sollen künftig sogenannte Differenzverträge eine größere Rolle spielen.

00:05:33: Ja, die sollen den Bau... weiterer oder neuer Wind- und Solaranlagen ermöglichen.

00:05:38: Und die Förderung stärker an den Strommarkt koppeln, dabei halten Betreiber einen garantierten Preis für ihren erzeugten Strom.

00:05:46: liegt der Marktpreis darüber müssen sie aber zusätzliche Einnahmen zurückzahlen.

00:05:51: das soll verhindern dass Betreber eben bei sehr hohen Strompreisen übermäßig profitieren

00:05:56: was man natürlich auch dazu sagen muss.

00:05:58: diese stärkere Marktorientierung der Förderungen erneuerbare Energien die entspricht den Vorgaben der EU, die aktuelle EEG-Förderung.

00:06:09: Die ist von der EU-Kommission nur noch bis Ende dieses Jahres beihilferechtlich genehmigt und deshalb muss die Bundesregierung die Förderung neu regeln.

00:06:20: Ja, die Änderungen treffen die Betreiber von Ökostromanlagen unterschiedlich.

00:06:25: Die neuen Differenzverträge, die richten sich vor allem an größere Wind- und Solarparks.

00:06:29: Und für private Haushalte mit Solaranlagen auf dem eigenen Dach bedeutet die Reform dagegen einen grundlegenden Einschnitt.

00:06:36: bei denen sollen nämlich die feste Einspeisevergütung künftig wegfallen.

00:06:41: wer seinen Solarstrom nicht selbst verbraucht muss ihn dann selbst vermarkten oder über ein Dienstleister an der Strombörse verkaufen oder ja weggeschmeißen.

00:06:53: Die Kritik war groß, ist es auch immer noch.

00:06:58: Aber deshalb hat das Ministerium den ursprünglichen Plan etwas abgeschwächt.

00:07:03: für kleinere Anlagen mit weniger als twenty-fünf Kilowatt Leistung sind Übergangsregelungen vorgesehen.

00:07:11: Betreiber die ihren Strom direkt vermarkten sollen einen Bonus von eins Prozent pro Kilowattsstunde erhalten allerdings höchstens für vier Jahre.

00:07:23: Und falls eine Direktvermarktung zunächst nicht mit vertretbarem Aufwand möglich ist, soll es außerdem eine befristete Übergangszahlung geben.

00:07:33: Die bisherige Einspeißvergütung wird dafür in Netzbetreiberabnahme umbenannt – ein schreckliches Wort.

00:07:42: und schrittweise

00:07:43: reduziert.".

00:07:44: Ja die Erneuerbahnbranche kritisiert die Reform Pläne scharf, vor allem weil es für kleine Solaranlagen bislang kaum praktikable Möglichkeiten gibt.

00:07:53: Den Strom selbst zu vermarkten und der Bundesverband der Solarwirtschaft befürchtet deshalb dass die Reform zum Hindernis für den weiteren Ausbau der Photovoltaik wird und Arbeitsplätze in der Branche verloren

00:08:06: gehen.".

00:08:06: Die

00:08:06: Kritik ist nicht völlig unberechtigt würde ich sagen.

00:08:10: Kritik kommt aber auch vom Koalitionspartner von der SPD.

00:08:15: Die energiepolitische Sprecherin Nina Scheer hält eine gesicherte Vergütung und Abnahme des Stroms für viele kleine Anlagen weiter für notwendig, um Investitionen in Erneuerbare zu ermöglichen.

00:08:30: Union-und SPD müssen sich also noch auf die endgültige Ausgestaltung einigen bevor der Entwurf vom Kabinett beschlossen werden kann.

00:08:39: Danach geht das Gesetz dann in den Bundestag.

00:08:42: Und jetzt unser zweites Thema.

00:08:45: Der europäische Emissionshandel soll reformiert werden, dafür hat die EU-Kommission letzten Freitag ihren Vorschlag vorgelegt.

00:08:55: Wir schauen uns gleich mal an was die EU Kommission da vorschlägt.

00:08:59: Genau genommen ist es nicht nur ein Vorschlag sondern ein ganzes Bündel an Vorschlägen.

00:09:05: wir nennen auch gleich die wichtigsten davon.

00:09:08: Aber bevor wir das machen, gucken uns erst mal an warum der Emissionshandel überhaupt reformiert werden soll.

00:09:15: Er ist ja nicht nur das wichtigste Klimaschutzinstrument in der EU – er ist auch sehr erfolgreich!

00:09:22: Seitdem der Emissionshandel zwei Tausend und

00:09:25: fünf

00:09:26: eingeführt wurde sind die Emissionen der erfassten Sektoren um Gut, die Hälfte zurückgegangen.

00:09:33: Das ist ein ziemlich guter

00:09:34: Wert.".

00:09:34: Die erfassten Sektoren – das ist der Bereich Stromerzeugung, also Kohle- und Gaskraftwerke in der energieintensive Industrie.

00:09:42: Und seit Jahrzehnt zwölf auch der innereuropäische Luftverkehr.

00:09:46: Seit Jahrzehnzwanzig Teile des Seeverkehrs verursachen diese Sekturen derzeit halb so viele Emissionen wie noch vor zwanzig Jahren.

00:09:54: Andere Sektionen wie Verkehr und Gebäude haben das nicht geschafft.

00:09:57: aber auch weil sie bislang eben nicht reguliert wurden

00:10:00: Ja, aber es stellt sich schon die Frage, warum ein doch irgendwie erfolgreiches Instrument eigentlich reformiert werden soll bzw.

00:10:09: schon wieder reformiert wird.

00:10:12: Die letzte Reform war in den Jahren und ist also gar nicht so lange her.

00:10:19: Damals ging's darum, den Emissionshandel so auszurichten dass das Klimaziel der EU für zwanzig dreißig erreicht wird.

00:10:29: Es ging explizit um eine Beschleunigung, also dass die Emissionen in diesem Jahrzehnt schneller sinken.

00:10:35: Bei der neuen Reform geht es nun um die Zeit danach.

00:10:38: Es geht darum, das Klimaziel für den Blick im Jahr zwanzig vierzig.

00:10:42: genommen wird, dass die EU vor kurzem beschlossen hat und es geht auch darum das bisherige Tempo etwas zu

00:10:48: bremsen.

00:10:49: Das sagt die EU-Kommission natürlich nicht so sondern sie sagt Sie will der Industrie mehr Zeit und Flexibilität für den Übergang zur Klimaneutralität bieten und das bedeutet nichts anderes als Es wird gebremst.

00:11:03: Kommen wir mal zu den konkreten Vorschlägen der Kommission.

00:11:07: Der Clou beim Emissionshandel ist ja, dass die Menge an CO²-Zertifikaten, die jedes Jahr ausgegeben werden immer weiter sinkt.

00:11:16: Sodass die Unternehmen einen Anreiz haben ihre Emissionen immer weiter zu reduzieren.

00:11:23: Wie stark die Zertifikatsmenge pro Jahr sinkt bestimmt der sogenannte lineare Reduktionsfaktor und der liegt derzeit bei Und von dem Jahr bis zum Jahrhundert wird er bei der Reform vor drei Jahren festgelegt worden.

00:11:48: Ja, und würde man mit so einem Reduktionsfaktor nach dem Jahrhunderteig weiter machen?

00:11:53: Dann wäre man im Jahr am Jahrhunde und dreißig bei Null.

00:11:57: Dann würden gar keine Zertifikate mehr neu ausgegeben werden und es wurde nur noch Zertifikate geben die bereits im Umlauf sind!

00:12:06: Konjunktiv.

00:12:07: Denn mit dem neuen Vorschlag der EU-Kommission soll der Reduktionsfaktor spürbar sinken in der ersten Hälfte der Zwei-Tausenddreißigerjahre auf drei Komma sieben Prozent und danach, also zwanzigtausendsechsten dreißig bis zweitausendvierzig auf nur noch eins Komma Sieben Prozent.

00:12:25: das stehen mit dem Klimaziel der EU für zwei tausend vierzig und den Weg zur Klimaneutralität bis zwei Tausend Fünfzig in Ein Klang, sagt jedenfalls die EU-Kommission.

00:12:36: Ja und da sieht man ganz deutlich es geht der EU- Kommission darum die europäische Industrie zu entlasten.

00:12:44: Die hat in letzter Zeit auch sehr viel Druck gemacht weil sie diese Entlastung unbedingt haben will Und dieser Druck der hat ja jetzt offenkundig auch gewirkt.

00:12:55: Es ist zwar so, dass der Vorschlag der EU-Kommission noch mit dem EU-Parlament und den EU-Ländern verhandelt werden muss.

00:13:01: Da kann es also noch zur Veränderung kommen... Aber dass es am Schluss irgendeine Form von Entlastung für die Industrie geben wird, das ist doch ziemlich wahrscheinlich.

00:13:11: Ja und dazu gehört zum Beispiel auch, dass der EU-Kommission die kostenlose Zuteilung von CO²-Zertifikaten an die energieintensive Industrie verlängern will.

00:13:20: Das soll aber ab dem Jahr zwölf Jahre an Bedingungen geknüpft werden.

00:13:25: Achtzig Prozent der kostenlosen Zertifikate sollen Unternehmen bekommen, wenn sie einen Decarbonisierungsplan vorlegen und die restlichen zwanzig Prozent bekommen Sie, wenn Sie den Plan auch einhalten.

00:13:36: Uns gibt noch ein weiteres Bonbon.

00:13:39: das betrifft die Einnahmen aus dem Emissionshandel.

00:13:42: Die gehen zu achtzig Prozent an die EU-Länder, doch die Länder nutzen das Geld laut EU-Kommission bisher nur zu einem kleinen Teil um die Industrie dabei zu unterstützen ihre Emissionen zu reduzieren.

00:13:56: Nämlich bloß bescheidene zehn Prozent!

00:14:01: Und die Kommission schlägt jetzt vor, dass künftig die Hälfte der Einnahmen gezielt für die Bereiche genutzt werden sollen, die unter den Emissionshandel fallen.

00:14:11: Ob die Reformvorschläge der Kommission wirklich dazu führen, dass die Industrie etwas davon hat?

00:14:17: Dass ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird

00:14:19: usw.,

00:14:20: das kann man noch nicht abschätzen.

00:14:22: und es gibt auch noch etliche Fragezeichen.

00:14:25: Ja, weil viele Probleme der Industrie strukturell sind und mit dem Emissionshandel auch überhaupt nichts zu tun haben.

00:14:31: Aber was man schon klar sagen kann wenn diese Vorschläge den Klimaschutz nicht schaden sollen?

00:14:38: Weil die Industrie langsamer machen darf dann sind schon noch andere Maßnahmen nötig

00:14:43: Ganz genau.

00:14:43: Und da macht die EU-Kommission auch einige Vorschläge, zum Beispiel soll eine Bank für die industrielle Decarbonisierung eingerichtet werden ausgestattet mit hundert Milliarden Euro, die unter anderem Unternehmen belohnt, die frühzeitig in die Decarbonisierung investieren.

00:15:04: Dann soll es mehr Vorgaben für den Flug und Seeverkehr geben.

00:15:08: so sollen etwa mit in den Emissionshandel aufgenommen werden ab internationale Flüge zu zielen innerhalb von fünf tausend Kilometer vom EU-Zentrum und auf alle ankommenden und abfliegenden Flügel mit Geschäftsflugzeugen.

00:15:25: Das würde dann die Drehkreuze wie Istanbul und Abu Dhabi betreffen, Langstreckenflüge in die USA oder nach China bleiben aber außen vor.

00:15:36: Die würden das ja ohnehin kaum mitmachen wollen.

00:15:40: Und auch die Müllverbrennung, die soll auch schrittweise in das Emissionshandelssystem integriert werden.

00:15:48: Ja und letzter Punkt – Die EU-Kommission hat außerdem parallel zu ihren Vorschlägen einen Aktionsplan zur Elektrifizierung vorgestellt.

00:15:55: Das ist wirklich interessant.

00:15:57: mit dem Paket so der Stromanteil am Ende Energieverbrauch von heute dreiundzwanzig Prozent bis zum Jahr zwei tausend vierzig auf sechsundvierzig Prozent verdoppelt werden damit Europa unabhängiger von fossilen Energieträgern wird, geplantes

00:16:11: u.a.,

00:16:12: dass Steuern auf Strom künftig nicht mehr höher sein dürfen als die Steueren auf fossile Energien und ich würde sagen das ist ein Schritt in die richtige Richtung und absolut überfällig.

00:16:23: Zum Schluss haben wir noch einen Forschungsthema.

00:16:25: es geht um Korallen.

00:16:28: kaum ein anderes Ökosystem reagiert so empfindlich auf die Erderwärmungen wie Korallenriffe Wenn die Meerestemperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, für tropische Arten liegt der Interregel bei neunundzwanzig Grad.

00:16:45: Dann kommt es zur Bleiche!

00:16:47: Aber wenn die Temperaturen nach einer gewissen Zeit wieder unter diesen Schwellennwert absinkt können sich die Korallen auch wieder erholen also wenn dieser Hitze-Stress nicht zu lange dauert und es danach genug Zeit zur Erholung gibt.

00:17:01: Seit Ende der Jahre kam es insgesamt zu vier globalen Korallenbleichen, davon sprechen Wissenschaftlerinnen, sobald mindestens zwölf Prozent der weltweiten Riffe betroffen sind – da sieht man, dass die Abstände zwischen diesen globalen Bleicheereignissen immer kürzer werden und dass immer größere Teile der weltweit korallen Riffe getroffen sind.

00:17:24: dass es auch mit dem Klimawandel zu tun hat, der ja auch die Meerestemperaturen steigen lässt.

00:17:29: Das ist klar und Forschende der gemeinnützigen Wissenschaftsorganisationen mit Centwell haben sich das jetzt nochmal genauer angeschaut und berechnet wie groß der Anteil des Klimawandels an den globalen, korallen, bleichen Ereignisse eigentlich in den letzten Jahrzehnten war?

00:17:46: Ja, und das Ergebnis ... Absolut eindeutig nahezu keines dieser Ereignisse wäre ohne den Klimawandel aufgetreten.

00:17:56: Die Forschenden haben auch geschaut, ob nicht das Wetterphänomen El Nino eine Rolle gespielt hat.

00:18:03: und da zeigt sich nicht

00:18:06: El

00:18:06: Nio sondern der Klimawandel ist die treibende Kraft hinter allen weltweiten Korallebleiche-Ereignissen.

00:18:14: Um es mal etwas konkreter zu sagen, bei dem letzten globalen Bleiche-Ereignis das letztes Jahr zu Ende ging wäre es ohne den Klimawandel zu keiner korallen Bleiche gekommen und schon gar nicht so einem Ereigniss von globalem Ausmaß.

00:18:30: Von den einundseipzig Regionen in denen eine Korallenbleiche beobachtet wurde hätte es in einer Welt ohne nur in einer einzigen Region ein mäßiges Risiko für eine Bleiche gegeben.

00:18:46: Der Hauptoutfer der Studie drückt es so aus, unsere Studie zeigt das Korallenbleiche ohne den Klimawandel ein seltenes und isoliertes Ereignis wäre und dass schlichtweg nicht zu weltweiten Massebleichen von korallen Käme, und er warnt ohne eine sofortige Reduzierung der Emissionen werden die Korallenriffe wie wir sie kennen verschwinden.

00:19:08: Das war das Klima Update!

00:19:10: Wenn euch der Podcast gefällt abonniert uns gerne ja und lasst uns auch ne Bewertung und Feedback da.

00:19:17: ihr könnt uns auch eine Mail schreiben nämlich an klimaminusupdate at klimareporter.de.

00:19:25: Ja und

00:19:25: zum Schluss möchten wir noch allen Danke, die das Klima-Update mit einer Spende unterstützen.

00:19:31: Unser Dank geht in dieser Woche an Felix Franke.

00:19:34: Vielen Dank auch von mir!

00:19:36: Ciao!

00:19:36: Tschüss!

00:20:06: www.minus-klimawissen.de.

Über diesen Podcast

So viel Klimakrise, so wenig Zeit: Ständig gibt es Neuigkeiten in Sachen Klima – aber was bedeutet es eigentlich, wenn Deutschland CO2-Endlager bauen will, China den Solar-Markt mit Dumping-Preisen flutet oder Forscher*innen die Klimasensitivität genauer bestimmen können? Im klima update° besprechen Journalistinnen vom Online-Magazin klimareporter° und von der Tageszeitung taz jeden Freitag die wichtigsten Klima-Nachrichten der Woche. So seid ihr in ein paar Minuten auf dem Stand.

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