Unep warnt vor 1,5-Grad-Überschreitung, Nepal fordert Entschädigung nach Sturzflut, Turkmenistan stopft Methanlecks

Shownotes

Diese Woche mit Sandra Kirchner und Jonas Waack.

01:16 Unep warnt vor der 1,5-Grad-Überschreitung

Schon in den nächsten Jahren wird das 1,5-Grad-Limit überschritten, warnt ein Bericht des UN-Umweltprogramms Unep. Doch das Überschreiten müsse so gering und so kurz wie möglich ausfallen, denn bereits der Anstieg der Temperaturen um 1,5 Grad bringe erhebliche Risiken mit sich.

05:37 Nepal fordert Entschädigung nach Sturzflut

Mehr als 1.000 Menschen starben bei den verheerenden Sturzfluten in Nepal und Tibet. Ausgelöst wurden sie durch einen gewaltigen Gletscherabbruch am Berg Langtang Lirung. Nepal fordert nun von den größten CO2-Emittenten Kompensationen, denn diese seien für den Klimawandel verantwortlich.

09:50 Turkmenistan stopft Methanlecks

Turkmenistan lässt große Methanlecks an seinen teils veralteten Öl- und Gasanlagen schließen. Das zeigen UN-Daten. Dies sei ein wichtiger erster Schritt, hieß es beim Umweltprogramm Unep. Seit Jahren werden in dem zentralasiatischen Land besonders viele große Methanlecks registriert.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:10: Das war Inga Andersen, die Chefin des UN Umweltprogramms und die stimmt die Welt auf eine Zäsur ein.

00:00:16: Eins Komma fünf Grad Erderhitzung bleiben das Ziel aber wir nähern uns ihm nicht mehr aus der Richtung einer kälteren Welt sondern aus Richtung einer heißeren.

00:00:37: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Klima-Update, der Nachrichten-Podcast von Klimareporter und der TATS.

00:00:43: Wir sprechen hier jede Woche über die drei wichtigsten Klimanachrichten.

00:00:47: Mein Name ist Sandra Kirchner, ich arbeite bei Klimareporter.

00:00:56: Zuerst sprechen wir darüber, warum es so wichtig ist das die Vereinten Nation jetzt ganz offen vom Überschreiten der einzig mal fünf Grad Grenze sprechen.

00:01:04: Danach geht's um die katastrophalen Fluten in Nepal und Tibet und was sie mit dem Klimawandel zu tun haben.

00:01:10: Und zum Schluss haben wir noch eine gute Nachricht Einer der größten Methansünder der Erde stopft offenbar seine Methanlex.

00:01:16: Aber zum Anfang sprechen wir erst mal über den Klimareport, den das UN-Umweltprogramm UNAB an diesem Mittwoch vorgelegt hat und die Kernbotschaft des Reports lautet ... Erderwärmung von zwei Komma sechs Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

00:01:43: Ja und damit ist das Einzigmal fünf Grad Ziel, dass er im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde.

00:01:49: Nicht mehr einzuhalten.

00:01:50: Dieses

00:01:50: Eins-Kommer-Fünf-Grad-Limit ist ein wissenschaftlich begründeter Richtwert auf den sich die Staaten twenty-fünftzehn in dem Pariser Klima Abkommen geeinigt haben also sowas wie eine Warnlinie und die es wichtig war mit jedem weiteren Temperaturanstieg die Wahrscheinlichkeit schwer wegen der Klimafolgen zunimmt.

00:02:06: dazu gehören häufiggere und stärkere Extremwertereignisse Schäden an Ökosystemen sowie ein steigendes Risiko für irreversible Veränderungen.

00:02:14: Änderungen im Klimasystem, etwa die Destabilisierung des grönländischen oder des westantaktischen Eisschilfs.

00:02:21: Oder eine starke Störung der atlantischen Umweltströmung, die das Klima Europas bisher wesentlich mitprägt und vergleichsweise mild

00:02:28: macht.".

00:02:29: Das UNEP hält weiter an dem einstkommar fünf Grad Ziel fest aber in den Bericht gehen sie auch davon aus dass die Marke überschritten wird.

00:02:42: Und entscheidend sei aber, wie weit und wie lange.

00:02:45: Also die globale Durchschnittstemperatur, die soll halt möglichst wenig über ... dann auch schnell ihren Höchststand erreichen und danach wieder sinken.

00:02:55: Denn je höher die Erderwärmung ausfällt und je länger sie anhält, desto größer werden die Folgen der Klimakrise.

00:03:03: Hier und um die Temperatur wieder unter ... müssen die CO₂-Emissionen zuneist drastisch sinken Und zudem müsste der Atmosphäre langfristig mehr Kohlendioxid entzogen werden, als noch ausgestoßen wird.

00:03:19: ...

00:03:23: im Durchschnitt eines einzelnen Kalenderjahres überschritten.

00:03:26: Das bedeutet aber nicht, dass die Erde dauerhaft um mehr als eins mal fünf Grad wärmer geworden ist.

00:03:31: Einzelne Jahre können durch natürliche Klimaschwankungen besonders warm oder kühl ausfallen.

00:03:36: Deshalb wird für die langfristige globale Erwerbung ein Zeitraum von etwa zwanzig Jahren betrachtet.

00:03:41: Dieser Wert liegt derzeit bei rund µC über dem vornistriellen Niveau.

00:03:46: Laut dem optimistischsten Szenario des UN-Berichts steigt die globale Temperatur auf µGrad in den meisten anderen Szenarien, fällt der Anstieg noch höher aus.

00:03:56: und welche Schlüsse lassen sich jetzt aus dem Bericht ziehen?

00:03:59: Also die Emissionen auf Null zu senken, das wäre quasi nicht das Endziel von Klimapolitik sondern eigentlich nur ein Zwischenschritt.

00:04:07: Soll die globale Erwärmung nach einer Überschreitung wieder auf Fünf Grad sinken müsste der Atmosphäre langfristig mehr CO² entzogen werden Und das UNEP sieht vor allem die Industrieländer in der Verantwortung.

00:04:21: Neben natürlichen Verfahren wie Aufforstungen und der Wiederherstellung von Mooren nennt der Bericht auch technische Verfahren, mit denen CO²-Erste Luft abgeschieden und dauerhaft gespeichert werden soll – doch deren Möglichkeiten seien begrenzt!

00:04:34: Beim heutigen Umfang von Aufforfstung und Waldbewirtschaftung würde es laut UNEP mehr als einhundert Jahre dauern, die globale Erwärmung um gerade einmal Null Komma Ein Grad zu senken selbst wenn gleichzeitig gar keine CO² Mission mehr anfallen.

00:04:46: Auch die technischen Verfahrenstoßen angrenzen unter anderem, weil die Kapazitäten für die dauerhafte unterirdische Speicherung von CO² begrenzt sind und vor allem weil die Technik noch nicht im großen Maßstab funktioniert.

00:04:58: Also die CO²-Entnahme kann die Folgen von weiter hohen Treibhausgasemissionen also nicht ausgleichen.

00:05:06: Je weiter die globale Temperatur steigt, desto schwieriger wird es auch sie durch CO-Zweihentnahme wieder auf ... und umso wichtiger ist es deshalb, die Treibhausgase schnell und dauerhaft zu senken.

00:05:20: UN-Generalsekretär Antonio Guterres fordert deshalb einen beschleunigten Ausstieg aus fossilen Energien eine Revolution bei den erneuerbaren Energien und eine drastische Senkung der Methanemissionen sowie einen besseren Schutz für Böden, Wälder und Ozeane.

00:05:51: gefangen sind.

00:05:52: Die Wassermassen haben zwei Komma zwei Millionen Tonnen Schutt hinterlassen.

00:05:56: Verursacht wurde die Katastrophe wahrscheinlich von einem Gletscherabbruch, am siebentausend zwanzig Meter hohen Berg Langtanglierung soll sich ein großer Teil des Gletschers gelöst und etwa eintausend Meter also einen Kilometer weit in ein Tal gestutzt sein.

00:06:10: Das Eis des Gletzers ist dabei wahrscheinlich sofort geschmolzen weil die Reibungen beim Fallen so groß war.

00:06:17: Das Gestein und das Wasser sind dann in einen Fluss gestürzt und haben so die Sturzflut ausgelöst, wobei noch nicht klar ist ob das sofort geschehen ist oder ob der Felssturz zuerst den Fluss aufgestaut hat.

00:06:30: Und dass Wasser mit einem Schwall abgeschlossen

00:06:32: ist.".

00:06:33: Der Aufprall des Gletschers und die darauffolgenden Fluten waren so stark, dass die US-Erdbeobachtungsbehörde zunächst dachte ein Erdbeben habe die Katastrophe ausgelösst.

00:06:42: später berichtete sie sich Die Seismografen haben kein Erdbeben aufgezeichnet, sondern den Gletscherabbruch selbst.

00:06:49: Innerhalb von dreißig Minuten sind Wasserpegel des Betroffenen Flusses um sieben bis neun Meter gestiegen.

00:06:54: Es lässt sich noch nicht genau sagen wie groß der Einfluss auf diese Flut war.

00:06:59: Aber dass die Erderhitzung zur Katastrophe beigetragen hat ist nahezu sicher.

00:07:04: Die Himalaya-Region wird mit dem weltweit steigenden Temperaturen ebenfalls wärmer und dadurch ... Taut der Permafrost, der das Gestein in den Bergen wie Klebstoff zusammenhält.

00:07:16: Die Wochen vor dem Gletscher-Proof waren ungewöhnlich warm.

00:07:20: So warmen wir seit zwei Jahren nicht mehr.

00:07:22: Das könnte zum Absturz des Gletschers beigetragen haben.

00:07:26: Seit dem Jahr zweitausend verlieren die Gletscha außerdem immer mehr Eis.

00:07:30: Schon im Jahr zwanzig hatte das International Center for Integrated Mountain Development gewarnt, dass Sturzfluten und Lavinen deshalb in der Region immer wahrscheinlicher werden.

00:07:39: Bis zwei tausend einhundert könnten die Gletscher im Himalaya und Hindukusch laut den Forscher in achtzig Prozent ihres Volumen zu verlieren.

00:07:47: Und das passiert meist nicht gleichmäßig, sondern plötzlich und heftig.

00:07:51: Ende des Jahrhunderts könnten zudem Gletschers sehen häufiger über die Ufer treten oder sogar kollabieren weil sich dort immer mehr Schmelzwasser ansammelt.

00:07:58: Ja, sich daran anzupassen ist wahrscheinlich an vielen Orten überhaupt nicht möglich.

00:08:02: Der nepalesische Klima-Experte und Diplomat Manjid Dakal sagte der Nachrichtenagentur AP die Grenze der Anpassung sei in einigen Regionen überschritten Und eine Flut zerstöre nicht nur Häuser sondern auch dem Boden darunter Straßen Wasser und Stromversorgung und Schulen.

00:08:20: sollten die Menschen ihre Heimat wieder aufbauen wollen, müssten sie.

00:08:24: Die Klima-Risiken von vornherein mit einem Plan aber das ist natürlich noch teurer als der Wiederaufbau allein.

00:08:30: Dakal wies darauf hin dass Nepal für weniger als Null Komma ein Prozent der globalen Treibhausgasemission verantwortlich ist Aber Für Die Folgen Der Erdehitzung Trotzdem Bezahlen Muss.

00:08:40: Schuld an der Katastrophe seien aber diejenigen, die die globalen Temperaturen nach oben treiben und von der fossilen Wirtschaftsweise so lange profitiert haben.

00:08:49: Der nepalesische Außenminister Schissier-Kanal sagte als Reaktion auf die Flutkatastrophe werde die Regierung nicht mehr um Hilfe bitten sondern Gerechtigkeit und Kompensation verlangen.

00:08:59: Es gehe hier nicht um Wohltätigkeit sondern um rechtliche und moralische Verpflichtungen.

00:09:03: Der Finanzminister Nephals hat laut Kanal China, Indien und den USA also den drei größten C-II-Emitenten einen Brief geschrieben um Klimakompensation zu verlangen.

00:09:13: Der Kanal sagte auch, dass die Gletscherschmelze in Folge des Klimawandels nicht nur zu Flutkatastrophen führe sondern weniger Gletscher bedeuten.

00:09:21: Auch weniger Trinkwasser in den Flüssen des Himalaya und wichtige Flüsse im Südostasien wie der Ganges oder der Brahmaputra speisen sich aus Schmelz.

00:09:30: Wasser aus dem Himalaja schrumpfen die Glätscher dort, schrupfen auch die Flüsche und davon betroffen werden hunderte Millionen Menschen.

00:09:38: Nepal's Außenministerkanal sagte deshalb erfordere Rechtigkeit nicht nur um Nebheitswillen, sondern für das Überleben der südasiatischen Zivilisation.

00:09:49: Zum Schluss sprechen wir über eine Möglichkeit Treibhausgasemission zu senken – es geht um Turkmenestang!

00:09:55: Das Land in Zentralasien hat damit begonnen, große Methanelex zu schließen.

00:09:59: Das zeigen aktuelle Daten des UN-Umweltprogramms UNEP.

00:10:03: Demnach wurden bislang acht große Lex geschlossen.

00:10:06: Dafür wurden unter anderem korridierte Rohre und defekte Bohrlöcher repariert sowie Anlageninstand gesetzt, in denen überschüssiges Gas verbrannt wird das UN-Umweltprogramm, sprich von einem wichtigen ersten Schritt.

00:10:17: Warum ist es wichtig?

00:10:18: Hermitan ist ein besonders starkes Treibhausgas und trägt heute mit etwa einem Viertel bis einem Drittel der bisherigen Menschen gemachten globalen Erwärmung bei.

00:10:27: Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren wirkt es in der Atmosphäre rund achtzigmal stärker als CO² und gleichzeitig bleibt Methan aber deutlich kürzer in der atmosphere.

00:10:37: Ja, bei der Förderung von Öl- und Gas lassen sich Methanemissionen vergleichsweise schnell und einfach reduzieren.

00:10:45: Viele entstehen nämlich... viele Lex entstehen durch undichte Leitungen oder Ventile und andere technische Defekte und die können eben einfach häufig zügig repariert werden, anders als bei vielen langfristigen Klimaschutzmaßnahmen sind dafür nämlich keine Veränderungen des gesamten Energiesystems notwendig.

00:11:06: Und das Schließen großer Lex gilt deshalb als eine der Maßnahmen, mit denen sich Treibhausgasemissionen kurzfristig besonders schnell sinken lassen.

00:11:14: Türk Ministern hat allerdings weiter ein besonderes großes Problem mit Methan-Emissionen aus seiner Öl und Gasindustrie.

00:11:20: Satellitendaten zeigen dort zahlreiche große Emissionsquellen, aus denen zum Teil mehrere Tonnen Methan pro Stunde entweichen.

00:11:27: In den letzten Jahren wurden dort mehr solcher extremen Methanfreisetzungen registriert als in jedem anderen Land, konkret über hundertvierundachtzig besonders große Methan-Freisetzung.

00:11:38: Und im vergangenen Jahr schickte die UN dem Land fast zweihundert Warnungen wegen hoher Methane-Missionen.

00:11:43: Aber etwa zwanzig Prozent der Warnung reagierte Turkmenistan und übermittete Informationen aus Untersuchungen vor Ort sowie mögliche Pläne zur Behebung der

00:11:51: Lex.".

00:11:51: Zum Vergleich – Die USA erhielten mit Hundertdreißigwarnungen zweit höchste Zahl, aber sie reagierten auf gar keine davon und behoben im vergangenen Jahr auch keines der gemeldeten Necks.

00:12:04: Auch Iran, Russland und China reagierten Und UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Länder dazu aufgerufen, auf mindestens achtzig Prozent der Warnungen zu reagieren.

00:12:27: Gemeinsam wollen sie die weltweiten Methan-Emissionen bis zu zwanzigdreißig um mindestens dreißig Prozent gegenüber zwanzigszwanzig senken.

00:12:35: Gelingt das, könnte die Erdebärmung bis zu zweizigfünfzig um mind.

00:12:39: nullkommat zwei Grad geringer ausfallen.

00:12:42: Dieser Pledge ist allerdings freiwillig – die Dreißigprozent sind ein gemeinsames globales Ziel und keine verbindliche Vorgabe für jedes einzelne Land!

00:12:50: Und damit sind wir am Ende der heutigen Folge des Klima-Updates.

00:12:55: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:12:56: Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns doch gerne und lasst uns eine Bewertung und Feedback da.

00:13:01: Ihr könnt uns auch eine Mail schreiben nämlich an klimaminusupdate at klimareporter.de.

00:13:06: Zum Schluss möchten wir uns noch bei allen bedanken die regelmäßig für das Klima Update spenden.

00:13:11: Unser Dank geht an Heiko Pachel, Angelika Göser, Alessandro Speziale Julian Scheurer Roland Monsonius, Harald Manns, Nuri Ehrenschin, Michael Radatz Patrick Seber Sebastian Beiwinkel, Kite-Sitzmann Helmut Frieder Daniel Holderbach Reuke Wenner Philipp Dressler, Saskia Rheinbeck Hilmar Hins Franz Baumann Bernd Föhringer Lukas Pechthold Hugo Bahnendorf, Ralph Bußberg Friederike Bernjes Peter Spangen Marco Roscha Armin Kreisja Mendi Singer Brodowski Sarah Vöson und Kaspar Nikl die uns regelmäßig mit einer Spende unterstützen und vielen Dank auch an Yushiden Vashio für die einmalige Spende in dieser Woche.

00:14:00: Auch von mir, vielen Dank!

00:14:01: Schönes Wochenende!

00:14:23: Tschüss!

00:14:31: www.verein-klimawissen.de.

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