Streit um Erneuerbare-Energien-Gesetz, Verfassungsbeschwerde wegen Heizungsgesetz, neue Regeln gegen Greenwashing

Shownotes

Diesmal mit Verena Kern und Susanne Schwarz.

Es geht in die heiße Phase in der Frage, wie die Merz-Regierung die Energiewende weiterentwickelt - oder auch blockiert. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist voll im Gange. Mitte Oktober steht die Abstimmung im Bundestag an, der Bundesrat folgt am 20. November. Die SPD-Fraktion kämpft nun gegen die Bremsklötze für die Energiewende, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in den Kabinettsentwurf eingebaut hat. Die Unions-Fraktion hingegen fordert noch mehr Kahlschlag beim Klimaschutz. Ist das ernst gemeint oder taktische Provokation?

Junge Mieter*innen ziehen zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe vors Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Sie klagen gegen das neue Heizungsgesetz von Schwarz-rot, das neue fossile Heizungen nicht mehr verbietet. Damit fessele die Regierung Menschen für Jahrzehnte an fossile Energien und unkalkulierbare Kosten - vor allem Mieter*innen, die nicht selbst über ihre Heizung entscheiden.

Kampf gegen Greenwashing von Unternehmen: Seit dem 27. September gelten auch in Deutschland die Regeln der EmpCo, der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition. Wer Produkte mit Attributen wie „recycelbar“, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“ bewirbt, muss jetzt nachweisen, dass sie auch zweifelsfrei recycelbar, nachhaltig oder klimaneutral sind. Sind sie das nicht, drohen dem werbenden Unternehmen Bußgelder in Höhe von bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes.

-

Das klima update° wird jede Woche von Spender:innen unterstützt. Wenn auch du dazu beitragen willst, geht das HIER https://www.verein-klimawissen.de/spenden. Wir danken hier und jetzt - aber auch noch mal namentlich im Podcast (natürlich nur, wenn ihr zustimmt).

Transkript anzeigen

00:00:02: Wir haben das zweitsicherste Stromsystem

00:00:02: auf der Welt

00:00:03: und Sie erzählen uns, dass wir hier im Dunkeln sitzen.

00:00:07: Das ist wirklich eine Dunkelheit die nur noch in Ihrem Konzentren herrscht aber doch nicht in unserem Stromsystem.

00:00:14: Sie verdrehen hier wirklich die Fakten in einer Weise, dass es sich mehr feierlich ist!

00:00:21: Ich weiß nicht, von welchen Abschaltungen Sie sprechen.

00:00:23: Sie sollten einfach mal Ihre Dummschwätzerei abschalten!

00:00:26: Das würde uns hier wirklich allen zu gut gedruckt.

00:00:29: Das war die Abgeordnete Nina Scheer im Bundestag.

00:00:33: Sie verhandelt für die SPD die Reform des Erneuerbare Energiengesetzes.

00:00:38: Hier hat sie gerade Zwischenrufe der AfD abgewährt Aber auch mit ihrem konservativen Koalitionspartner liegt sie im Klinsch.

00:00:48: Das gucken wir uns im Klima Update zusammen an.

00:01:02: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Klima-Update, der Klimanachrichten-Podcast von Klimareporter und der TAS!

00:01:11: Wir sprechen hier wie jede Woche über die drei wichtigsten Klimaanachrichten.

00:01:16: Mein Name ist Verena Kern ich bin Chefredakteurin bei Klimareport Und ich spreche heute mit meiner Kollegin Susanne Schwarz, Leiterin des Ressorts Umwelt und Wirtschaft bei der TATS.

00:01:29: Hi, Susanne!

00:01:30: Hallo – Ihr hört die Folge vom zweiten Oktober, und das sind unsere Themen.

00:01:38: Die Union will die Energiewende absägen.

00:01:41: Umweltschützerinnen ziehen wegen des Klimaschädlichen Heizungsgesetzes von schwarz-rot vor dem Bundesverfassungsgericht Und seit kurzem gelten die neuen EU-Regeln gegen Greenwashing von Unternehmen, auch in Deutschland.

00:02:18: Die dritte Lesung im Bundestag seien also wohl auch die Abstimmung.

00:02:23: Am zwanzigsten November dann muss auch noch der Bundesrat zustimmen, jetzt streiten die Fraktion von SPD-Union noch darüber was genau im Gesetz stehen soll.

00:02:35: Ja vielleicht nochmal kurz dazu was auf dem Tisch liegt.

00:02:38: das ist ja der Kabinettsbeschluss und der basiert weitgehend auf dem was Wirtschaftsministerin Katharina Reiche vor der CDU vorgelegt hat.

00:02:48: Der Kern für neue Photovoltaikanlagen, also Solaranlagen unter dem Kilo-Kilo-Watt soll ab dem kommenden Jahr eben die dauerhafte feste Einspeisevergütung entfallen.

00:03:05: Also ja im Prinzip soll das Erfolgsmodell der Energiewende – also die vielen Solardächer auf Eigenheimen und auf Gewerbegebäuden auf sich selbst gestellt sein.

00:03:17: Bisher

00:03:18: ist es ja so, es gibt feste Vergütungssätze die der Staat garantiert auch wenn der Strompreis am Markt sie gerade nicht hergibt und zwar für zwanzig Jahre.

00:03:31: das macht das ganze relativ leicht kalkulierbar.

00:03:35: jetzt argumentiert aber Reiche das würde sich in vielen Fällen eben auch so lohnen.

00:03:40: Ja und da sagen viele erneuerbaren Expertinnen, zum Beispiel auch die Chefverhandlerin der SPD-Fraktion Nina Schär.

00:03:48: Das ist vor allem für die meisten Privatleute eben nicht leistbar ihre im Grunde kleinste Mengen an Strom einfach selber direkt an der Börse zu vermarkten Und insgesamt werden solche Anlagen einfach schwerer zu kalkulieren.

00:04:04: Auch fast zwanzig Banken haben übrigens in einem offenen Briefanreiche davor gewarnt, dass Projekte unter solchen Vorrassitzungen kaum zu finanzieren sind.

00:04:12: Denn Banken brauchen ja eben Sicherheiten wenn sie einen Kredit ausgeben sollen.

00:04:16: Und ein kleines bisschen hat Reiche da auch schon eingelenkt und eine kurze Übergangsfrist für Anlagen eingebaut die von zweizig-siebenundzwanzig bis zwanzichneunundzwannzig installiert werden.

00:04:30: Anlagen mit einer Leistung unter Fünfzig Kilowatt, die bis Ende des Jahrhunderts an das Netz gehen, erhalten für bis zu drei Jahre eine gegenüber dem bisherigen Satz um rund ein Cent je Kilowattsstunde reduzierte Vergütung.

00:04:48: Die zulässige Anlagengröße für diese Übergangszahlung sinkt danach jährlich.

00:05:07: Das wäre ein Einschnitt.

00:05:09: und hinzu kommt das Netzpaket.

00:05:12: Das gehört formal nicht zum EEG, aber es wird parallel verabschiedet ist natürlich inhaltlich auch nah.

00:05:20: Da geht es dann vor allem um die großen Windparks, die schwieriger werden.

00:05:24: Also es soll nämlich in einigen Fällen keine Entschädigung mehr geben wenn die Anlagenbetreiber ihre erneuerbaren Anlagen temporär abschalten müssen weil die Netze überlastet sind.

00:05:37: Das nennt sich Read Dispatch Vorbehalt und das ist die Sache bei der Reiche immer wieder vorgeworfen wird weiter im Prinzip Lobbyarbeit für EON zu machen.

00:05:47: Also sie war ja vor ihrem Ministeramtschefin von einer EON-Tochter und es zeigt sich, dass dieses politische Vorhaben das sie da jetzt im Netzpaket umsetzt von EON kam.

00:05:59: Und gerade erst diese Woche hatten eine Lüse vom Bundesverband neue Energien auch genau gezeigt Das vor allem EON von der Regelung am meisten profitieren würde.

00:06:10: Also auch im Vergleich zu anderen Unternehmen, die wie eben manche EON-Tochterfirmen Teile des Stromnetzes betreiben?

00:06:16: Genau und dagegen will Nina Scher von der SPD Sturm laufen.

00:06:22: auf der einen Seite steht Lars Rover von der CDU, der führt die Verhandlungen für die Union Und der will ganz andere Sachen.

00:06:32: Dem geht der Karlschlag an die Energiewende, den Katharina Reiche da plant immer noch nicht weit genug.

00:06:39: Die Unionsfraktion hat so eine Art Giftliste erstellt, vierzig Seiten ist das Ding lang.

00:06:46: Unsere Redaktion also der Klimareporter-Redaktion liegt das Dokument auch vor.

00:06:51: Der größte Knackpunkt, die Unionsfraktion will das Erneuerbare-Energiengesetz ganz abschaffen und ein Abschlussdatum festlegen.

00:07:02: Also nicht nur die Förderung von kleinen Solaranlagen abschaffend sondern von allen erneuerbaren Kraftwerken!

00:07:09: Das soll nach und nach erfolgen, also wieder nach Leistung gestaffelt.

00:07:13: Dazu soll das Wirtschaftsministerium einen konkreten Pfad vorschlagen.

00:07:17: Und ja, dass es auch das Enddatum für den deutschen Kohleausstieg ist.

00:07:30: Da muss das letzte Kohlekraftwerk gesetzlich vorgeschriebenermaßen vom Netz gehen.

00:07:36: Ja, also da scheint die Union irgendeinen Zusammenhang zu erneuerbaren Förderungen zu sehen den sie uns aber nicht beteilt.

00:07:43: Das Ergebnis wäre jedenfalls krass!

00:07:46: Die Union fordert, die auch im derzeitigen EEG-Entwurf noch grundsätzlich geltende zwanzigjährige Förderdauer für Neuanlagen bis zweizigfünfundvierzig auf Null abzuschmelzen.

00:08:01: Das hieße für Wind und Solaranlagen, die in den kommenden Ausschreibungen einen Zuschlag erhalten – zum Beispiel, dass sie in Betrieb gehen dass sie nicht mehr für zwanzig Jahre, sondern nur noch für achtzehn Jahre die gesetzliche Vergütung erhalten.

00:08:19: Und für Anlagen die zweizig-dreißig ans Netz gehen würde die Förderdauer auf fünfzehn Jahren sinken.

00:08:25: und zum letzten Mal soll es dann zwanzich- achten dreißig Zuschläge für eine EEG-Vergütung geben.

00:08:31: Die liefe dann eben nur noch sieben Jahre bis zwanzichtfünfvierzig.

00:08:37: Zugleich will die Unionsfraktion offenbar auch die Ausschreibungsmengen reduzieren.

00:08:42: Die dürften nicht automatisch steigen, heißt es da... ...die maximal förderfähige Anlagengröße für Solarparks auf Freiflächen, die soll von dem EEG-Entwurf vorgesehen in Fünfzig wieder auf zwanzig Megawatt gesenkt werden.

00:08:58: Also Anlagen überzwanzig megawatt, die müssen dann frei finanziert werden.

00:09:03: und Ja, dafür will die Union aber bei Freiflächenanlagen alle Naturschutzvorgaben gestrichen sehen.

00:09:10: Und dann tritt die Union auch beim Ausbau der Stromspeicher auf die Bremse, die sollen zum Beispiel weder mit einem zusätzlichen EEG-Bonus noch mit abgesengten Finanzierungsbeiträgen zum Netz bedacht werden.

00:09:26: Ja und gleichzeitig will die union Wasserkraft fördern.

00:09:32: ja und das macht nur Sinn wenn man Mitbedenkt, dass Bayern und Baden-Württemberg – also zwei für die CDU und CSU wichtige Länder – da Spitzenreiter sind.

00:09:43: Genau wie bei der Biomasse.

00:09:45: Beides kommt jetzt in den Unionsvorschlägen ganz besonders gut weg.

00:09:49: Dabei gibt es da schwerwiegende ökologische Probleme!

00:09:53: Wasserkraft wird in vielen erneuerbaren Bilanzen zum Beispiel gar nicht mehr mitgezählt, ja und dass die Wasserkraft im Zuge von Klimawandel- und häufigerem Niedrigwasser jetzt nicht gerade an Zuverlässigkeit gewinnt.

00:10:09: Ja das hat sich bei der Union offenbar auch noch nicht so richtig rumgesprochen.

00:10:13: Also es gibt da wirklich einiges was Nina Scherder jetzt abwehren will und sie scheint dann bei der SPD auch weniger allein auf weiter Flut zu sein.

00:10:24: Von daher ist vielleicht auch durchaus ein bisschen Beschäftigungstherapie dabei von der Union aus.

00:10:29: Also einfach ganz viele kleine Feuerzünden, die die SPD einfach beschäftigen und von denen dann manche gelöscht werden aber eben nicht alle.

00:10:38: Und vor allem hat dann die SPD das Gefühl am Ende das Schlimmste verhindert zu haben.

00:10:43: Aber trägt halt die Reformen!

00:10:46: Insgesamt einfach mit.

00:10:47: Ja, diese Reform ist übrigens abgesehen vom Inhalt, die ist formal notwendig denn zum Jahresende läuft die Genehmigung der EU fürs EEG aus also für die erneuerbaren Subventionen.

00:11:03: so was müssen ja die EU-Staaten sich genehmigen lassen also solche staatlichen Förderungen.

00:11:08: das heißt Die Reform muss vor Jahresende auch noch von der EU geprüft werden und das kann ja mehrere Wochen dauern.

00:11:16: Sprich, es wird alles ziemlich knapp!

00:11:20: Vielleicht noch zum Abschluss um da eine Nuance reinzubringen?

00:11:25: Also es ist auf jeden Fall nicht so dass jetzt gar kein Erneuerbahnen-Experten gäbe, der sich für eine Marktintegration der Erneuhrbahn ausspricht im Gegenteil eher.

00:11:34: also ich glaube ja gar niemand, dass die Erneuerbaren für immer und ewig subventioniert werden.

00:11:40: Die Frage ist nur, setzt man die staatlichen Gelder eben zu einem Zeitpunkt und auf eine Art und Weise ab, die die Energiewende abwirkt oder entwickelt man erst mal die Rahmenbedingungen?

00:11:53: Also Netze, Speicher, Smartmeter weitere Digitalisierungen und damit flexible Nachfrage, die eben gut und den Wetterschwankungen, die damit einhergehen zusammenpasst.

00:12:07: Wir bleiben bei der Gesetzgebung der Bundesregierung.

00:12:11: und jetzt bei unserem zweiten Thema geht es um das umstrittene Heizungsgesetz.

00:12:18: Dieses Heiz-Gesetz beziehungsweise Gebäudemodernisierungsgesetze oder offizielle Name ist Ende Juli in Kraft getreten und ersetzt das Gebäudeenergiegesetz der Ampelregierung.

00:12:32: Das ist also schon beschlossen und durch, aber es gibt ein Nachspiel.

00:12:38: In dieser Woche hat die Deutsche Umwelthilfe Verfassungsbeschwerde gegen das neue schwarz-rote Heizungsgesetz beim Verfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht – gemeinsam mit vier Jungen Mieterinnen und Mietern.

00:12:51: Und ihre Beschwerde argumentiert dieses Neue-Heizungsgesetzes aus Klimaschutzgründen

00:12:58: verfassungswidrig.".

00:13:00: Ja warum viel?

00:13:02: junge MieterInnen.

00:13:04: Ja, es ist ja so das für solche Verfassungsbeschwerden immer erforderlich ist dass die Klägerinnen ganz bestimmte Personen sind, dass sie in ganz bestimmter besondere Weise von der Problematik betroffen sind und deren Grundrechte eben verletzt werden.

00:13:18: also man kann nicht einfach nach Karlsruhe gehen und sagen ja das Gesetz ist für alle nicht in Ordnung oder sogar für alle Mieterinnen nicht in Ordnung oder für alle jungen Menschen, sondern man braucht immer konkrete Personen, wo man das ganz konkret nachweisen kann.

00:13:37: Ja

00:13:37: und genau!

00:13:38: Das tut die Umwelthilfe wenn sie mit vier Jungen Mieterin ihre Beschwerde einreicht beziehungsweise Sie unterstützt die Verfassungsbeschwerde dieser vier jungen MieteInnen so ist es korrekt formuliert.

00:13:53: Wer diese vier sind Das ist nicht öffentlich gemacht worden.

00:13:58: Aber dass es junge Menschen sind und dass es Mieterinnen sind, das zeigt schon so ein bisschen in welche Richtung die Beschwerde argumentiert.

00:14:07: Genau!

00:14:07: Der Hauptkritikpunkt lautet, dass das neue Gesetz den Einbau und Betrieb von Öl- und Gasheizungen eben auf Jahrzehnte weiter ermöglicht im Gebäudebestand aber auch an Neubauten.

00:14:18: Und dadurch werde die verfassungsrechtliche Klimaschutzpflicht nach dem Artikel zwanzig A des Grundgesetzes verletzt – so die KlegerInnen Weil durch die weiter laufenden fossilen Heizungen eben zusätzliche CO-Zwei-Emissionen entstehen, die das CO-zwei-Budget Deutschlands sprengen und dazu führen dass die Klimaziele verfehlt werden.

00:14:38: Das betrifft natürlich vor allem die jüngere Generation, die in Zukunft weniger Spielräume hat.

00:14:45: Das war ja auch schon quasi die zentrale Erkenntnis aus dem ganz wichtigen Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts von und das Deutsche Klimaschutzgesetz in seiner damaligen Form für teilweise verfassungswidrig erklärt hat.

00:15:05: Ja, dann ist der nächste Strang der Beschwerdeführung eben auch das ganz besonders MieterInnen von diesem reformierten Heizungsgesetz negativ betroffen sind die ja nicht selber darüber entscheiden können welche Heizung es bei ihnen gibt.

00:15:23: Ja,

00:15:24: das war jetzt wirklich sehr stark zusammengefasst.

00:15:27: Wir gehen es jetzt noch ein bisschen genauer durch also das alte Heizungsgesetz der Ampelregierung – das war ja so ausgelegt dass man den Gebäudebestand bis zu zweizig-fünfenvierzig klimaneutral kriegt oder kriegen kann.

00:15:44: Das ist ja das Ziel, dass wir haben Klimaneutralität bis zu zwanzig-fünfvierzig Und dafür hat es zwei wesentliche Vorgaben gegeben.

00:15:53: Zum einen, dass ab twentyfünfvierzig keine fossilen Heizungen mehr betrieben werden dürfen.

00:16:01: und damit man da Schritt für Schritt hinkommt gab's zum anderen die Vorgabe das neue Heizungen, die neu eingebaut werden müssen zumindest zu fünfensechzig Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben.

00:16:16: Diese beiden Vorgaben, die sixty-fünf Prozentregel und das Betriebsverbot ab zwanzigvierzig werden durch das neue Heizungsgesetz gestrichen.

00:16:27: Stattdessen gibt es zwei neue Vorgabe.

00:16:30: Das eine ist die sogenannte Biotreppe.

00:16:32: D.h.,

00:16:33: ab dem Jahr zwanziger soll ein zunächst kleiner und dann schrittweise steigender Teil des fossilen Heizöls durch Brennstoffe aus erneuerbaren Gefällen ersetzt werden, also durch so genanntes Bioöl oder Biometharn.

00:16:50: Ab im Jahr ist dieser Ministeranteil ab ca.

00:16:53: von zwei Tausend Prozent.

00:16:55: Aber einen weiteren Anstieg bis auf hundert Prozent schreibt das Gesetz nicht vor und hier sagen die Klärgerinnen Es geht nicht, dass auch noch ein Anteil von bis zu vierzig Prozent fossiler Brennstoffe zulässig bleibt.

00:17:08: Ja ganz abgesehen davon das ist Biometharn und andere alternative Brennstoffe bislang nur in begrenzten Mengen gibt ob künftig genug davon verfügbar sein wird um einen größeren Teil der Öl- und Gasheizung zu versorgen.

00:17:25: Das ist umstritten.

00:17:28: Und die zweite Neusache ist, die für den geplante sogenannte Grün-Gasquote.

00:17:37: Sie soll Gasversorger verpflichten einen zunächst geringen und später ansteigenden Anteil erneuerbarer Gase zu verkaufen.

00:17:46: Wie hoch die Quote genau ausfallen wird muss die Bundesregierung allerdings noch in einem eigenen Gesetz festlegen – auch da sagen die Klägerinnen das reicht nicht.

00:17:56: so ein Instrument ist nicht geeignet, die erforderlichen Treibhausgaseinsparungen verlässlich sicherzustellen.

00:18:09: Hundert zwanzig Millionen Tonnen zusätzliche Treibhausgase.

00:18:22: Die DUH sagt, das sei eben besonders problematisch weil Deutschland schon jetzt Gefahr laufe in den kommenden Jahren mehr Treibhausgas auszustoßen als mit den Klimazielen vereinbar ist.

00:18:34: und ja dass verschiebt die Emissionsminderungen, die nötig sind immer weiter in die Zukunft und auf die jüngeren Generationen, die das dann nachholen müssen was heute versäumt wurde.

00:18:44: Genau!

00:18:44: Und es ist genau das Was das Verfassungsgericht schon vor fünf Jahren in seinem Klimabeschluss gesagt hat, das geht nicht.

00:18:54: Das ist verfassungswidrig und darauf berufen sich die Klägerinnen jetzt auch.

00:18:59: Ja, wann es mit einem Urteil zu rechnen?

00:19:01: Ja,

00:19:01: das ist noch nicht klar.

00:19:03: der Anwalt Remo Klinger, der die Beschwerde vertritt.

00:19:07: Der hat gesagt, dass könnte so zwei Jahre dauern also damit sein zu rechnen.

00:19:13: Wir werden das natürlich weiter im Auge behalten.

00:19:15: Wir kommen zu unserem dritten Thema für heute und da haben wir noch eine gute Nachricht.

00:19:21: Greenwashing ist nicht mehr erlaubt!

00:19:23: Das schreibt das neue Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vor, des letzten Sonntag also am siebenundzwanzigsten September in Kraft getretenes.

00:19:32: Ja konkret heißt es, wer Produkte als klimaneutral nachhaltig recycelbar gut für den Planeten oder ähnliches bewirbt Der muss jetzt nachweisen, dass diese Produkte auch tatsächlich klimaneutralnachhaltig recyckelbar oder gut für den Planeten sind und kann das nicht einfach bloß behaupten.

00:19:55: Das gilt auch für ausgedachte Umweltsiegel- oder Werbeslogans wie Klimaneutrales Fliegen oder hergestellt mit Ökostrom oder auch für Waage.

00:20:07: Zukunftsversprechen wie Wir werden bis zu�undzig dreißig klimaneutral

00:20:12: Ja, das heißt die Beweislast wird sozusagen umgedreht.

00:20:15: Also den Herstellern muss man nicht mehr mühsam nachweisen dass ihre Versprechen gar nicht stimmen.

00:20:20: also wie des Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen in der Vergangenheit auch immer wieder versucht haben Und dafür vor Gericht gezogen sind oftmals auch erfolgreich.

00:20:30: Jetzt wird es ebenso.

00:20:32: Die Hersteller müssen erstmal belegen dass ihre versprechen wahr sind und dafür Nachweise vorlegen.

00:20:38: Um ein Beispiel zu nennen bei der Behauptung Wir werden bis zu den Klimaneutralen, muss nun eben dann ein detaillierter öffentlich-einsehbarer und von unabhängigen Expertinnen regelmäßig überprüfter Umsetzungsplan vorgelegt werden.

00:20:53: Ja und damit setzt Deutschland eine EU-Richtlinie aus dem Jahr zwanzig vierundzwanzig um die für mehr Verbraucher in Schutz sorgen soll.

00:21:04: und ich sage auch mal den Namen dieser Richtlinie.

00:21:07: sie heißt Impowering Consumers for the Green Transition oder kurz MPCO.

00:21:13: Ein bisschen schwierig auszusprechen.

00:21:17: Ja, und man muss sagen die EU ist schon länger dran an diesem Thema greenwashing.

00:21:22: Schon zwanzigzwanzig hat die EU-Kommission in einer Studie prüfen lassen wie fundiert denn solche Angaben sind?

00:21:31: Wie nachhaltig klimaschonend ökologisch usw.. und hat Dutzende von Umweltsiegeln unter die Lupe genommen, die Firmen sich einfach ausgedacht hatten um ihre Produkte anzupreisen.

00:21:44: Ja und bei dieser Studie kam raus dass mehr als die Hälfte der Werbeaussagen auf Produkten zumindest irreführend war und vierzig Prozent also auch echt viel waren sogar ganz unfundiert und nicht belegt.

00:21:58: Also ja wirklich ein großer Teil!

00:22:02: Und daraufhin Die M-Co-Richtlinie beschlossen, die von Deutschland nun hiermit eben umgesetzt wurde.

00:22:11: Das ist nicht nur ein zahnloses Gesetz sondern es sind auch ziemlich happy Gestrafen vorgesehen.

00:22:17: also wer sich nicht daran hält riskiert Bußgelder in Höhe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes

00:22:24: und... Das war das Klima-Update für diese Woche.

00:22:28: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:22:30: Wenn euch der Podcast gefällt, abonniert uns gerne und lasst uns eine Bewertung und Feedback da.

00:22:37: Ihr könnt uns auch eine Mail schreiben – nämlich an klimaminusupdate at klimareporter.de.

00:22:43: Und zum Schluss möchten wir uns noch bei allen bedanken, die regelmäßig für das Klima-Update spenden.

00:22:51: Unser Dank geht an Heiko Pachel, Angelika Göser, Alessandro Speziale Julian Scheurer, Roland Monsonius Harald Manns, Nuri Ehrenstein Michael Raddatz Patrick Seeber Sebastian Baywinkel Kai Zitzmann Helmut Frieder Daniel Holderbach Roy Kevenor Philipp Dressler, Saskia Rheinbeck, Hilma Hins, Franz Baumann, Bernd Föhringer, Lukas Pechtholdt, Hugo Bahndorf, Ralph Busberg, Friederike Benjes, Marco Roscher, Armin Kreiser, Frank Kading, Andreas Bohmann, Gergő Littaj und Claudia Kämpfert, die uns regelmäßig mit einer Spende unterstützen.

00:23:43: Und vielen Dank auch an Jochen Behrends Sohn für die Spende in dieser Woche.

00:23:47: Danke auch von mir!

00:23:49: Ciao, tschüss!

00:24:18: www.verein-klimawissen.de.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.