Plastiksteuer für Verpackungen, Deutschland verfehlt Ziel zur Klimafinanzierung, Klimaregeln bringen E‑Autos voran
Shownotes
Diese Woche mit Susanne Schwarz und Sandra Kirchner.
01:23 Plastiksteuer für Verpackungen
Union und SPD wollen ab kommendem Sommer eine Plastiksteuer in Deutschland einführen. Die Abgabe soll dafür sorgen, dass weniger Kunststoffe in Verpackungen verwendet werden und mehr recyceltes Plastik zum Einsatz kommt, auch soll die Steuer für zusätzliche Einnahmen im Bundeshaushalt sorgen. Doch an den Plänen gibt es Kritik.
07:56 Deutschland verfehlt sein Ziel zur Klimafinanzierung
Deutschland hat versprochen, Entwicklungs- und Schwellenländer ab 2025 mit sechs Milliarden Euro jährlich bei Klimaschutz und Klimaanpassung zu unterstützen. Doch im vergangenen Jahr floss deutlich weniger Geld aus dem Bundeshaushalt in die internationale Klimafinanzierung. Aus Sicht der Bundesregierung leistet Deutschland trotzdem seinen "fairen Beitrag".
14:19 Klimaregeln bringen E-Autos voran
Europas Autobauer kommen offensichtlich gut mit den geltenden CO2-Grenzwerten für Neuwagen zurecht. Laut einer Analyse von Transport & Environment dürften alle Hersteller die Flottengrenzwerte für 2025 bis 2027 einhalten. Die Vorgaben sorgen laut dem Dachverband auch dafür, dass mehr Elektroautos verkauft werden und das Angebot an günstigeren Modellen wächst. Trotzdem stehen die Regeln politisch unter Druck. Deutschland und Frankreich haben sich offenbar auf eine weitere Lockerung verständigt.
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00:00:00: Frankreich und Deutschland waren bisher mächtige Gegenspieler im Streit der Europäischen Union um das Verbrenner aus.
00:00:07: Das war ja eigentlich längst beschlossen, soll jetzt aber auch auf Druck aus Berlin gelockert werden!
00:00:13: Jetzt scheint auch ein Kompromiss mit Frankreich gefunden... Derwald zeigt eine Studie Eigentlich kommen die Autohersteller ganz gut mit den geltenden Klimaregeln zurecht.
00:00:22: Warum ihr überleben in der elektromobilen Welt trotzdem kein Selbstläufer ist, darüber sprechen wir in diesem Klima-Update.
00:00:41: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Klima Update!
00:00:43: Wir sind der Klimanachrichten Podcast von Klimareporter und der TATS.
00:00:48: Wir sprechen hier jede Woche über die drei wichtigsten Klimaanachrichten.
00:00:52: Mein Name ist Susanne Schwarz, ich leite das Ressort Wirtschaft und Umwelt bei der TATS.
00:00:56: Und ich spreche heute mit Sandra Kirchner von Klimareporter.
00:00:59: Hallo, ihr hört die Folge vom neunten Oktober zwei tausend sechsundzwanzig und wir gucken heute auf die folgenden Themen.
00:01:06: Als erstes sprechen wir über die Plastiksteuer, die zum kommenden Sommer eingeführt werden soll.
00:01:12: Dann schauen wie ob Deutschland seine Zusage zur internationalen Klimafinanzierung einhält.
00:01:17: Und zum Schluss geht es darum, ob die Autobauern mit den CO-Zweivorgaben der EU klarkommen.
00:01:23: Die Union und die SPD wollen ab dem kommenden Summer eine Plastikssteuer einführen!
00:01:29: Bislang gibt es so eine Steuer in Deutschland noch nicht.
00:01:32: Ab Juli, für jede Tonne Plastik, die Sie für Verpackungen verwenden, sollen Unternehmen aus einem Gesetzesentwurf für das Kunststoffverpackungssteuergesetz hervor, den das Umwelt- und Finanzministerium vorbereiten.
00:01:51: Das Gesetz muss noch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt werden und dann will sie ihn in den Bundestag einbringen.
00:01:57: Ja, mit der Steuerwolle Union und SPD-Plastikverpackung verteuern also mit dem Ziel das Unternehmen weniger Plastik für Verpackungen verwenden und mehr auf Recyclingmaterial setzen.
00:02:09: Und gleichzeitig soll die Steuer dem Bundeshaushalt zusätzliches Geld bringen, ja für die zweite Hälfte des Jahres, im Jahr ist es in den letzten Jahren.
00:02:18: Die Regierungskoalition rechnet damit das Einnahmen von rund achthundertfünf Millionen Euro da.
00:02:25: durch die Steuer eingenommen werden.
00:02:26: Und ab dem Jahr ist dann jedes Jahr knapp ein bis fünf Milliarden Euro sein und das entspricht in etwa der Plastikabgabe von einem bis vier Milliarden Euro, die Deutschland jährlich an die EU zahlt und bisher aber mit Geld aus dem Bundeshaushalt.
00:02:41: Laut
00:02:41: Umweltbundesamt werden in Deutschland jedes Jahr rund drei Millionen Tonnen Plastikkörparkungen verbraucht.
00:02:49: Das Problem dabei ist, die meisten Verpackungen werden nur ganz kurz genutzt und landen dann einfach im Müll.
00:02:56: Die machen aber einen großen Teil unseres Plastikmülls aus.
00:02:59: also fast sechzig Prozent des Plastikkmüll in Deutschland stammen einfach nur von Verpackung.
00:03:04: Und das belastet das Klima gleich doppelt denn die Verpackungs- bzw.
00:03:10: Plastikum allgemeinen wird immer noch meist auf Basis von Erdöl hergestellt.
00:03:15: Dabei entstehen Treibhausgase.
00:03:18: Genau wie später werden dann die Verpackungen verbrannt, wenn sie dann Müll sind.
00:03:22: Also laut WWF verursachen Plastikverpackungen in Deutschland so jedes Jahr rund fünfzehn Komma drei Millionen Tonnen CO²-Equivalente.
00:03:31: Ja
00:03:31: und längst nicht alles dieses Verpackungsmüll wird recycelt.
00:03:38: Nur gut die Hälfte der Plastikverpackung und dabei ließe sich eigentlich viel mehr machen, also laut WWF könnten viele Verpackungen kleiner werden oder zum Teil ganz eingespart werden.
00:03:49: Und außerdem sollten Verpacken häufiger wieder verwendet werden wie bei Mehrwegflaschen.
00:03:55: Plastik ließe sich zum Teil durch andere Materialien ersetzen oder die Verpackungen so gestalten, dass sie halt leichter recycelt werden können.
00:04:04: Und insgesamt könnte Deutschland so bis zwei Tausend vierzig rund vierzig Prozent weniger Plastikkverpackungsmüll produzieren?
00:04:12: Ja,
00:04:12: könnte.
00:04:14: und genau damit kommen wir jetzt einmal zur geplanten Plastikssteuer zurück.
00:04:20: Die soll für Plastiekverpackungen und Folien ja gelten.
00:04:23: Auch Verpackungen aus verschiedenen Materialien werden betroffen, wenn sie mehr als fünf Prozent Plastik enthalten.
00:04:31: Also dazu gehören zum Beispiel Deckel, Verschlüsse oder Plastikkapseln.
00:04:35: Doch die Fünf-Prozent-Grenze könnte auch genau das Gegenteil von dem bewirken was die Steuer erreichen soll also ökologisch sogar kontraproduktiv sein.
00:04:44: Denn eine Papierverpackung mit einer dünnen Plastikschicht wäre steuerfrei solange die Verpackung eben höchstens fünf Prozent.
00:04:52: Und ja, für Hersteller könnte es sich deshalb lohnen genau solche Verpackungen zu verwenden.
00:04:58: Dabei lassen sich da dann ausgerechnet Papier und Plastik eben nur noch sehr schwer voneinander trennen.
00:05:04: also diese Verpackung können dann kaum recycelt werden und würden stattdessen einfach verbrannt.
00:05:10: Also das ist irgendwie eine schwierige Anreizsetzung.
00:05:16: Und Umweltverbände waren auch davor, dass die Steuer dazu führen könnte.
00:05:19: Dass Hersteller Plastikverpackungen durch Papier oder Pappe oder Karton ersetzen.
00:05:26: Denn diese Materialien werden eben nicht besteuert.
00:05:30: Wenn aber mehr Verpackung aus Papier und Pappe hergestellt werden, könnte dafür mehr Holz verbraucht werden.
00:05:37: Das könnte dann dazu führen, dass mehr zusätzliche Bäume gefällt werden müssen oder sogar ganze Waldflächen gerodet werden müssen.
00:05:45: und deshalb fordern Umweltorganisationen auch, dass Verpackung aus Pappe und Papier ebenfalls besteuert werden sollen.
00:05:51: Mit der Steuerwolle Union und SPD ja auch dafür sorgen das recyceltes Plastik gegenüber neuem Plastikkünstiger wird.
00:05:58: Unternehmen sollen deshalb für den recycelten Anteil ihrer Verpackungen Geld zurückbekommen also sie sollen die Steuer zunächst zahlen und können sich den entsprechenden Betrag anschließend erstatten lassen.
00:06:10: Doch Fachleute bezweifeln, dass die geplanten fifty Cent pro Kilo ausreichen.
00:06:16: Dafür, dass Unternehmen dann eben stärker auf Recyclingplastik setzen.
00:06:19: Denn neues Plastik aus Erdöl!
00:06:22: ist oft trotzdem billiger.
00:06:23: Ein weiterer Kritikpunkt, die Steuer sorgt kaum dafür, dass Firmen ihre Verpackungen leichter recycelbar machen.
00:06:31: Dabei könnte man eigentlich genau das fördern.
00:06:33: Firmen deren Verpackung sich gut recyceln lassen, zahlen weniger für die Entsorgung und bei Verpacken, die sich schlecht recyceln lassen, die zahlen halt mehr.
00:06:42: in Frankreich und Italien gibt es solche Regelten zum Beispiel schon.
00:06:47: Und der Kreislaufexperte Henning Wills vom Wuppertal-Institut sagte, Zitat, wenn Unternehmen für schwer oder gar nicht recycelbare Verpackungen deutlich höhere Entgelte für die Entsorgung bezahlen müssten würden sie umsteuern.
00:07:01: Ja, die Kritik aus der Öko-Richtung haben wir jetzt schon gehört aber auch in der Wirtschaft stößt die geplante Plastiksteuer tatsächlich auf Kritik.
00:07:08: also Verbände aus der Lebensmittelindustrie und dem Handel haben sich in einem Brief an Kanzleramtsministerin Karin Wagen von der CDU dagegen ausgesprochen.
00:07:19: Sie befürchten, dass die Steuer mehr Bürokratie für Unternehmen und den Zoll verursacht.
00:07:25: Und auch der Kunststoffverband Plastics Europe dekretisiert die Steuer, denn der Gesetzesentwurf sei nicht ausgereift – viele Fragen zur Umsetzung seien noch offen.
00:07:36: Und es sei auch problematisch, wenn einzelne EU-Länder unterschiedliche Steuern und Regeln für Plastikverpackungen einführen.
00:07:43: Das könne den Handel innerhalb Europas erschweren und für Unternehmen zusätzliche Kosten verursachen.
00:07:50: Aber klar – auch nicht ganz überraschend dass der Plastikkverband die Plastikssteuer nicht so gut findet!
00:07:56: Ja willkommen zum nächsten Thema für heute.
00:07:58: Schwarz-Rot hat Deutschlands Wort bei der internationalen Klimafinanzierung gebrochen.
00:08:02: versprochen war, dass diese Hilfsgelder für Klimaschutz und Klimaanpassung in armen Ländern bis zu zwei tausendfünfundzwanzig auf sechs Milliarden Euro angehoben werden.
00:08:13: Er gezahlt wurden letztes Jahr aus dem Bundeshaushalt aber nur vier Komma sieben Milliarden Euro wie Bundesentwicklungsministerium und Bundesumweltministerium diese Woche mitgeteilt
00:08:22: haben.".
00:08:23: Ja man muss natürlich sagen... Das war ein Chaosjahr beim Haushalt, also in den Jahr- und Jahrzehnten.
00:08:29: Die Ampel wasserbrochen.
00:08:30: Schwarz-Rot kam ja erst im Frühjahr ins Amt.
00:08:33: Da gab es noch nicht mal einen Haushalt für das laufende Jahr.
00:08:37: Es galt die sogenannte vorläufige Haushaltsführung bis dann schließlich Schwarz Rot im September.
00:08:43: Ein Haushalt formal beschloss, der dann im Oktober in Kraft trat.
00:08:47: Also das heißt ein Dreivierteljahr durften nur staatliche Zahlungen getätigt werden die sich aus gesetzlichen Verpflichtungen ergaben oder aus laufenden Programmen.
00:08:56: aber es durfte eben gar nichts Neues finanziert werden.
00:08:59: Denn noch hat Schwarz-Rotia letztlich einen Haushalt beschlossen für Fiskalische Verantwortung für dieses Jahr übernommen, also da hätte die Märzregierung nachsteuern können wenn es ihr wichtig gewesen wäre.
00:09:12: Sie
00:09:12: hat ja auch für verschiedene Zwecke neue Schulden aufgenommen militär vor allem aber auch Infrastruktur
00:09:19: Auch Klima,
00:09:20: sowie für Länder und Kommunen.
00:09:22: Aber eben nicht um ihren Verpflichtungen gegenüber dem globalen Süden nachzukommen.
00:09:27: Stattdessen wurde beim Entwicklungsministerium massiv gekürzt.
00:09:31: Da kommt der Löwemanteil der Klimafinanzierung aber her.
00:09:35: Und insofern ist es auch nicht überraschend, dass die dann gesunken
00:09:39: sind.".
00:09:39: Genau das ist nämlich der Witz!
00:09:40: Also im Jahr zwanzig hat Deutschland unter der Amperegierung schon mehr als sechs Milliarden Euro gezahlt.
00:09:47: Da hat sich die Regierung, das war dann natürlich noch die Ampel, noch damit Geschmückzucker.
00:09:52: Dass dieses Jahr eben schon ein Jahr früher erreicht worden sei.
00:09:55: und ja übrigens hat dieses Versprechen der sechs Milliarden Merkel abgegeben.
00:10:00: also es war zwanzig bei einem G-Sieben-Gipfel.
00:10:04: Also es ist nicht so, dass März jetzt irgendwas nicht mitmacht was Grüne oder auch SPD angestoßen hätten sondern das kommt eigentlich aus der CDU selbst.
00:10:13: Ja und warum spricht Schwarz-Rot jetzt trotzdem davon?
00:10:16: Dass Deutschland seinen fairen Beitrag leistet?
00:10:19: erst mal zählt die Regierung noch Geld mit das also nicht aus dem Bundeshaushalt kommt aber quasi durch Regierungspolitik.
00:10:26: gehebelt wurde zum Beispiel private Investitionen und Kredite der staatlichen Förderbank kfw.
00:10:33: Die werden allerdings nicht komplett angerechnet, sondern nur das sogenannte Schenkungsequivalent.
00:10:38: Das heißt die KfW gibt Kredite aus, die für die Schuldner billiger sind als am Markt und nur das was sie einsparen rechnet sich Deutschland als Klimafinanzierung an.
00:10:48: und über solche Quellen sind zusätzlich fünf Komma Eins Fünf Milliarden Euro zusammengekommen.
00:10:54: ist das nichts gut und sogar noch besser als die versprochenen sechs Milliarden?
00:10:58: Ja wie man es nimmt.
00:10:59: also Sicher sind diese zusätzlichen privaten Investitionen und Kredite auch nützlich.
00:11:05: Also sie stoßen zum Beispiel erneuerbaren Projekte im globalen Süden an, das will ich gar nicht klein reden aber es ist eben nicht dasselbe wie öffentliches Geld.
00:11:13: also erstens logischerweise fließt solches Geld eben nur in Zwecke dienen Profit erwarten lassen.
00:11:19: Aber bei Klimaschutz und vor allem bei der Klimaanpassung gibt's eben viele Sachen die einfach nötig sind ohne unmittelbare Gewinne zu ermöglichen.
00:11:30: Entsehgelungen von Städten ist nur kleine Beispiele.
00:11:33: Und das zeigt sich tatsächlich auch in den Regierungsdaten, dass Geld aus dem Bundeshaushalt je zur Hälfte ungefähr in CO-Minderung etwa durch erneuerbare Energienprojekte und Klimaanpassung geflossen.
00:11:50: So soll es auch sein, dazu gibt es internationale Beschlüsse.
00:11:53: Bei den privaten Mitteln flossen aber nur sechzehn Prozent in Klimaanpassung.
00:11:57: Das zeigt schon das Hebeln von privatenmitteln ist kein adäquater Ersatz für öffentliches Geld.
00:12:03: Hinzu kommt bei den Investitionen von Firmen aus dem globalen Norden.
00:12:07: die Gewinne bleiben ja dann gar nicht in der Region sondern fließen wieder in die reichen Industrieländer zurück Genau wie die Rückzahlung von Krediten.
00:12:15: Die Industriestaaten haben durch die koloniale Ausbeutung der Länder des Globalen Südens ihren Reichtum aufgebaut und die Klimakrise ausgelöst.
00:12:23: Warum soll denn jetzt der globale Süden, der vor allem durch diese Geschichte auch mit Konflikten und mit Armut zu kämpfen hat weiter Schulden aufnehmen um mit der Klimakrisis zurechtzukommen?
00:12:35: Klar kann man da auch pragmatisch sagen besser als kommt privates Geld als gar keins.
00:12:40: Aber trotzdem ist es einfach so, dass das Länder wie Deutschland jetzt nicht von ihrer Pflicht entbindet, staatliches Geld zu zahlen.
00:12:46: Und im Übrigen gab es natürlich auch vor Schwarz-Rot schon privates Geld, das zur Klimafinanzierung gerechnet wurde.
00:12:53: Das ist jetzt also kein Novum wieder positiv und noch in negativen Sinne.
00:12:58: Das is halt so eine komische Sache mit der Klimafinanzierung.
00:13:01: Alle schmeißen mit dem Begriff fair um sich.
00:13:04: die Bundesregierung will einen fairen Beitrag geleistet haben.
00:13:08: Die Entwicklungsorganisation Oxfam behauptet genau das Gegenteil und sagt eigentlich würden noch nicht mal die sechs Milliarden fair sein, aber immerhin verlässlich.
00:13:19: Und dass so unterschiedliche Einschätzungen möglich sind, liegt eben daran, dass es keine internationale Übereinkunft gibt was jeder Staat zu zahlen hat.
00:13:29: Klasseneuer, die Industrieländer müssen zahlen.
00:13:32: Sie haben kollektiv versprochen, jährlich hundert Milliarden US-Dollar zu zahlen und bis zu zwei Tausendfünfunddreißig soll diese Summe auf dreihundert Milliarden anwachsen.
00:13:41: Aber wer wie viel?
00:13:42: Das ist halt nicht geklärt.
00:13:44: nur weniger zu zahlen als man versprochen hat das ist halt logischerweise nicht so gut.
00:13:51: Vertrauen bei anderen Ländern, dass zum Beispiel auf der Weltklimakonferenz in der Türkei im November nötig wäre.
00:13:58: Ja es geht ja immer darum ob Länder wie China auch zur Klimafinanzierung beitragen müssen also Länder die offiziell als Entwicklungsländer gelten aber doch mittlerweile große Player sind viel Geld und Vier Klimaschuld haben, das ist dann natürlich strategisch blöd wenn die eigenen Zahlungen zurückgehen und vor allem hinter den Versprechen zurückbleiben.
00:14:18: Wir kommen zu unserem dritten Thema für heute und zwar zu einer positiven Nachricht.
00:14:23: Die europäischen Autobauer scheinen eigentlich gut mit den CO-Zweigrenzwerten für Autos zurechtzukommen über die sie sich ja zumindest in Teilen immer wahnsinnig aufregen.
00:14:34: Und zu diesem Schluss kommt die NGO Transport and Environment In einem Bericht In Dietz I. schon im ersten halben Jahr dieses Jahres haben die Verkaufszahlen von Elektroautos Rekordwerte erreicht und Ende des Jahres sind auf dem europäischen Markt sechzehn E-Modelle für weniger als zwanzigtausend Euro verfügbar, doppelt so viele wie noch im Vorjahr.
00:14:57: Und teurere Fahrzeuge gibt es natürlich auch – insgesamt sind das hundertfünfzig E-modelle.
00:15:02: An dieser Fortschritt kommt laut Transport & Environment durch die CO-Zweigrenzwerte, die immer stärker geworden sind oder also niedriger geworden sind.
00:15:14: Sie gelten ja nicht für jedes Fahrzeug einzeln sondern für die Neuwagenflotte eines Unternehmens im Durchschnitt.
00:15:20: Also Flottengrenzwerte sagt man dazu deswegen auch.
00:15:24: Im Durchschnitt dürfen pro gefahrenem Kilometer gerade.
00:15:32: Ja, das ist jetzt offenbar so, dass man dadurch Verbesserungen bei Verbrennern alleine nicht mehr rankommt.
00:15:37: Sondern dann braucht es unbedingt E-Autos.
00:15:40: Die dürfen nämlich mit Nullgramm angerechnet werden und drücken also den Schnitt enorm.
00:15:45: Und Transport and Environment sagt absehbar werden alle europäischen Autohersteller die Flottengrenzwerte für ... ... für ...
00:15:55: ja schon wieder politische infrage.
00:15:58: Beziehungsweise besonders der Punkt, an dem die Grenzwerte auf Null rutschen sollen.
00:16:03: Das bisher für zwei Tausendfünfundreißig geplant ist ... das ist auf EU-Ebene beschlossene Sache aber steht unter Beschuss und zwar vor allem von Deutschland und Kanzler Merz, der lobbyiert in Brüssel und bei den anderen Mitgliedstaaten der EU schon länger dafür dass die Regeln gelockert werden Und auf seiner Seite stehen Italien und einige Osteuropäische Länder Und auf der anderen Seite stehen mehrere EU-Länder, vor allem solche ohne eigene Autoindustrie.
00:16:32: Aber auch Autoland Frankreich halten es für falsch die klimapolitische Einigung wieder aufzumachen.
00:16:38: Jetzt aber scheint es dass es eine Einigung zwischen März und Frankreichs Präsident Macron gegeben hat.
00:16:43: das berichtete des Handelsblatt
00:16:45: Genau!
00:16:45: Die EU Kommission hat ja letztes Jahr auf Druck von Deutschland und auch der konservativen Europäischen Volkspartei im EU-Parlament bereits vorgeschlagen, das Verbot abzuschwächen.
00:16:58: Ihr Vorschlag sieht vor, dass die CO-Zweihemissionen bis zu einem Jahrzehnte und drei Jahre lang nur um neunzig Prozent sinken müssen – nicht um hundert Prozent!
00:17:07: Also nicht mehr wirklich bis zum Aus für neue Verbrenner.
00:17:11: Und die verbleibenden zehn Prozent sollen die Hersteller über E-Fuels oder Agro-Kraftstoffe ausgleichen können.
00:17:19: Die EU Kommission schlägt ja nur vor.
00:17:23: Mitgliedsstaaten und Parlament entscheiden.
00:17:25: Und deshalb wird über diesen Vorschlag jetzt gerade im sogenannten Trilog diskutiert, also Mitgliedstaaten- und EU-Parlament müssen sich einigen begleitet und beobachtet von der EU-Kommission.
00:17:36: Und Frankreich und Deutschland wollen da jetzt laut dem Handelsblatt dafür eintreten, dass sogar nur achtzig Prozent Absenkung nötig werden.
00:17:45: Also eine noch stärkere Verwässerung.
00:17:48: Frankreich stimmt zu, weil Deutschland offenbar im Gegenzug Kompromisse bei einem anderen Thema eingeht?
00:17:53: Ja!
00:17:54: Bei Made in EU also bei der industriepolitischen Frage ob staatliche Gelder Förderungen oder Kaufprämien nur an Produkte fließen dürfen deren Wertschöpfung fast vollständig aus der EU stammt.
00:18:06: Frankreich ist dafür und Deutschland will zumindest einiger außereuropäische Handelspartner mit einbeziehen.
00:18:13: Da scheint es nun also ein Kompromiss zu geben, aber zurück zu den Klimazielen für Autos.
00:18:18: Da wollen März und Macron nicht nur das Verbrenner aus, dass im Jahr auch das Zwischenziel weiter lockern muss.
00:18:28: Bis jetzt müssen Neuwagen ihren CO²-Ausstoß bis zum Jahr im Vergleich zu dem Jahr im Jahr und zwei Jahre pro Jahr um fünfzehn Prozent.
00:18:36: Auch hier sieht der Kommissionsvorschlag bereits eine Erleichterung vor.
00:18:40: Statt eines harten Jahresziels sollen mehrere Jahre zusammengefasst werden.
00:18:44: Die Kommission schlug ein Dreijahrszeitraum von im Jahr two-thausenddreißig bis zwei-tausendzweiunddrei-zig vor, für mehr Flexibilität für die Autokonzerne Und dem deutsch-französischen Vorschlag zufolge sollen die Hersteller aber sogar fünf Jahre verrechnen können.
00:19:04: Das gehört zu den Kernforderungen aus der Industrie, die eben Strafzahlung vermeiden will.
00:19:09: Ja und man kann die Sorge der europäischen Industrie auch teilweise verstehen denn sie ist halt immer noch ganz schön hinterher.
00:19:17: das soll jetzt natürlich kein Play-Doh für das Streich des Verbrenner aus sein ganz im Gegenteil.
00:19:22: Aber es ist halt so, dass große Teile der Autoindustrie die Elektromobilität verschlafen haben.
00:19:27: Jetzt holen sie auf was Modelle angeht, die die Leute auch kaufen wollen und bezahlen können.
00:19:32: Das ist gut!
00:19:33: Es ist sogar super aber Sie sind halt voll abhängig von China was Batterien und Rohstoffe wie Lithium zum Beispiel angeht.
00:19:41: Und das heißt auch mit E-Autos verdienen sie viel weniger Und das eben, weil sie das Kernstück der Wertschöpfung gar nicht selber leisten sondern eben in China einkaufen.
00:19:53: Das wurde mittlerweile auch ansatzweise verstanden.
00:19:56: also zum Beispiel baut BMW seit Anfang Oktober im Bayerischen Ilbach eigene Hochvoltakus wegen der hohen Nachfrage übrigens direkt im Zweischichtbetrieb.
00:20:06: aber insgesamt ist es natürlich ein langwieriger Prozess den viele Autokonzerne in Deutschland und Europa leider viel zu spät erkannt haben.
00:20:14: Das war das Klima-Update für diese Woche, vielen Dank fürs Zuhören und wenn euch der Podcast gefällt abonniert uns gerne und lasst eine Bewertung da oder auch Feedback.
00:20:24: ihr könnt uns auch eine Mehr schreiben nämlich an
00:20:26: klimaminusupdate
00:20:28: at klimareporter.de.
00:20:29: Und zum Schluss möchten wir uns noch bei allen bedanken die diese Woche für das Klimaa Update gespendet haben!
00:20:34: Das waren Barbara Roy und Johannes Fangmeier.
00:20:37: Vielen dank und schönes Wochenende.
00:20:50: Das Klima-Update ist ein Projekt des Klimawissen eV in Cooperation mit der TATS und der Tatspannterstiftung.
00:20:56: Es wird im Wechsel moderiert von Verena Kern, Sandra Kirchner, Katharina Schipkowski und Susanne Schwarz – unser Produzent ist Christian Eichler!
00:21:04: Ihr könnt unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen.
00:21:07: Dazu besucht uns auf www.verein-klimawissen.de.
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